Im 1901 eingeweihten städtischen Krankenhaus (siehe auch Teil 1) waren neben damals üblichen Heilmethoden auch prophylaktische Behandlungen möglich. Dazu gehörten vor allem Bäder, Duschen, Heißluftapparate sowie Höhensonnen in einer Spezialhalle. Ein Röntgenapparat von Siemens & Halske war der Diagnostik vorbehalten, wobei, wie es 1926 weiter hieß, „ein von dieser Firma geliefertes Durchleuchtungsgerät gleichfalls gute Dienste leistet." Die Patienten waren in Sälen mit 14 Betten bzw. in Zimmern für ein bis fünf Personen untergebracht. Nachzulesen auch in „Der Marienberg im Wandel der Zeiten" (M. Lutzens, erschienen 2015)

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Am 1. Januar 1903 lagen 45 Männer, 23 Frauen sowie 13 Kinder auf den Stationen, Anfang 1925 waren es 175 Patienten. Die Zahl der Verpflegungstage – schon damals penibel berechnet! – wurde für das Jahr 1902 mit 30.637 ausgewiesen; 1924 fanden bereits 56.868 Eintrag in die Bücher, überdies 900 Operationen. Mühten sich anno 1901 lediglich drei Mediziner um die Erkrankten, so standen ein Vierteljahrhundert später jeweils zwei dirigierende und assistierende Ärzte sowie Praktikanten bereit. Bis in die heutige Zeit haben sich Generationen von Medizinern, Schwestern, technisches sowie Pflege- und Servicepersonal hier verdient gemacht.

Es wurde stets ausgebaut

Nach dem 1927 fertiggestellten zweiflügeligen Neubau folgten ein Jahrzehnt später der Verwaltungstrakt sowie das sogenannte Gartenhaus. Im Zweiten Weltkrieg entstand neben einem mächtigen Bettenbunker jener eigens für Operationen, von dem Teile bis heute erhalten sind. Während der DDR-Epoche kamen mit dem Status als Bezirkskrankenhauses, das in den 1970-er Jahren seine Gesamtkapazität auf mehr als 1000 (!) Betten erhöhen konnte, u. a. die Kinderstation sowie das Zentrallabor hinzu.

Das Klinikum in der Nachwendezeit

Seit der friedlichen Revolution (1989) gelang es, etappenweise das sich ab 1992 als Städtisches Klinikum empfehlende Haus samt seiner Medizin-Gerätetechnik – bis hin heutzutage zum OP-Roboter – nachhaltig zu modernisieren. Die Konzentration mehrerer bislang „außerhalb" liegender Kliniken bzw. das Gründen weiterer Fachabteilungen – insgesamt bereits 15 mit 466 Betten – wurde vor allem durch kostenintensive Neubauten (so u. a. 2003 / 2011) ermöglicht. Erinnert sei zudem an den 1993 fertiggestellten Start- und Landeplatz für Rettungshubschrauber.

Einer der größten Arbeitgeber

Welch eine imposante Entwicklung hat doch dieses 1901 am Rande des Marienbergs eingeweihte Krankenhaus mitsamt seinen Tochtergesellschaften, dem Klinik Service Center sowie einem Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof, genommen?! Als Campus der Gesundheit – inklusive Medizinische Schule sowie Hochschule – ermöglicht man bei der Schwerpunktversorgung in der Region jährlich die stationäre Behandlung von nahezu 26.000 Patienten sowie in Ambulanzen weiteren 48.000. Längst gehört das Klinikum dank seiner über 2000 Beschäftigten zu den größten hiesigen Arbeitgebern.