Der heutige Sonntag – zweitletzter des Kirchenjahres – wird traditionsgemäß in Deutschland als Volkstrauertag begangen.
Eingeführt 1922 vom Deutschen Volksbund Kriegsgräberfürsorge, gilt er seit 70 Jahren als staatlicher, stiller Gedenktag für die Kriegstoten sowie Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Feierstunden und Kranzniederlegungen sind dabei üblicherweise feste Bestandteile dieses Erinnerns an beide so verheerenden Weltenbrände.

Jeder sechste Brandenburger starb im Krieg

Kamen doch allein von September 1939 bis Frühjahr 1945  zwischen 65 und 80 Millionen Menschen auf den Schlachtfeldern sowie durch vielfältige Folgen und Verbrechen um.
So verlor beispielsweise jeder 6. Bewohner unserer Heimatstadt an einer der Kriegsfronten sein Leben oder fand hier bei Bombenangriffen speziell im Zeitraum von August 44 bis Frühjahr 45 sowie während der sinnlosen Verteidigungskämpfe noch in der letzten Aprilwoche den Tod. Als dann am 1.Mai 1945 endlich die Waffen schwiegen, waren zudem in Brandenburg (Havel) etwa 10 500 Wohnungen, 70 Prozent der Betriebe und viele bedeutende historische Bauten zerstört.

Viele Bunker aus dem Stadtbild entfernt

Zehn Großbunker, 40 öffentliche Luftschutzräume und nahezu 3800 ähnliche Einrichtungen in privaten Häusern sollten damals wie überdies etliche kleine Bunker und eigens für Großbetriebe in aller Eile geschaffene Anlagen bei Fliegeralarm Sicherheit bieten.
Im Laufe der Nachkriegszeit sind die allermeisten davon mit viel Mühe aus dem Stadtbild entfernt worden. Ob der wuchtige, die Mühlentorstraße überspannende Bunker oder jene für das städtische Krankenhaus Hochstraße bzw. im Wohngebiet Görden.

Manfred Lutzens hat die stummen Zeugen aufgespürt

Bedingtermaßen konnte in der Grabenpromenade (Schweizer Garten), wo heute das Theater steht, der  Betonkoloss nicht vollends abgetragen werden. Ohnehin erinnern uns seine Reste wie auch etliche andere typische Relikte – zudem verschiedentlich „unsichtbar“ in Häusern und Höfen –, selbst ein dreiviertel Jahrhundert nach Ende des von Hitler-Deutschland entfesselten Vernichtungs- und Eroberungskrieges noch immer an jene so leidvolle Zeit. Wir haben mit der Kamera einige dieser stummen Zeugen für die BRAWO-Leser aufgespürt.