Eine weitere Möglichkeit, die über fünf Jahrhunderte währende Hohenzollernherrschaft zu würdigen, sah man in der alten Chur- und Hautstadt in der Namensgebung für eine Straße. Als „Hohenzollernstraße“ auserkoren war der Weg, der von der Harlungerstraße zum Silograben führte.
Bereits im „Adreß-Buch von Stadt und Dom Brandenburg a.H.“ aus den Jahren 1913/14 mündete laut Skizze zur Lage der jeweiligen Straßen die Harlungerstraße in der Hohenzollernstraße. Im „Einwohner-Verzeichnis (nach Straßen geordnet)“ aber taucht die Hohenzollernstraße nicht auf. Folglich war sie unbewohnt. So auch noch laut Adreß-Buch von 1919/20.

Gewerkschaftsfunktionär statt Hochadel für Brandenburg

Da in der Zeit der Weimarer Republik (1918-33) die Kaiserzeit vergessen gemacht werden sollte, entschied man Anfang der 1920er Jahre die Hohenzollernstraße nach dem Gewerkschaftsfunktionär und Reichstagsabgeordneten Carl Rudolf Legien (1861-1920) zu benennen, wobei man in der Eile den „Rudolf“ wegsparte und die „Karl-Legien-Straße“ einführte.
Früher Hohenzollern-, längst Karl-Marx-Straße.
Früher Hohenzollern-, längst Karl-Marx-Straße.
© Foto: Th. Messerschmidt
So verewigt auf einem Stadtplan im Jahr 1924 wie auch im Adreß-Buch von 1928/29. Hier tauchen auch erste Bewohner auf, wenngleich es noch keine Hausnummern gibt, aber ein „Siedlungshaus“, das der Stadtgemeinde gehörte und 46 (!) Mieter, überwiegend Arbeiter, zählte.
Legien hat jedoch als Namensgeber bald wieder ausgedient und die Hohenzollern ihre Verehrung zurück, wobei sich im Adreß-Buch von 1938/39 noch auch die uns vertraute Gabelung der von der Kreuzung Harlunger- und Fouquéstraße nordwärts ziehenden Strecke zeigt ...