Warum die in Granit gehauene, heute auf der Dominsel ansässige Galatea inmitten ihrer vier Tritonen auch „Witwe Bollmann“ genannt wurde, erklärt sich in ihrem ersten Standort am Grillendamm – ganz in der Nähe der am 21. Mai 1922 eröffneten „Badeanstalt“. Für deren Eingangsbereich war der heute in der Hauptstraße angestammt Bollmann-Brunnen geschaffen worden. Die Nähe beider Kunstwerke hatte anscheinend die Fantasie des Volkes beflügelt.

Fritze empfing Badegäste

Unbestritten den besseren Platz hatte „Fritze“, der ab 1924 alle Badegäste in Empfang nahm. Geschaffen hatte den „Angler-Brunnen“ – allerdings ohne ihn konkret Johann Friedrich Bollmann (1852 – 1901) gewidmet zu haben – Karl Lühnsdorf. Im Adressbuch von 1919/20 ist er als Bildhauer und Inhaber eines Stuckgeschäftes eingetragen, wohnhaft in der Kurstraße 53, mit einem Atelier am Neustädtischen Markt 17. 50 Jahre lang fischte Lühnsdorfs Angler, den das Volk zum „Fritze-Bollmann-Denkmal“ gemacht hatte, am Grillendamm – da war die einst schmucke und aus viel Holz gebaute Badeanstalt längst dem Verfall preisgegeben. Zumal seit 1969 das „Volksbad“ zum Marienberg lockte.

Fritzes Stammplatz in der Hauptstraße

Die alte Badeanstalt zog nur noch spielende Kinder und finstere Gestalten an, geriet schließlich in Brand und wurde 1974 abgerissen. Lediglich den arg ramponierten Brunnen brachte man in Sicherheit, restaurierte ihn 1975/76 und suchte einen Standort. Fündig wurde man in der Hauptstraße, wo er seit 1981 steht – seit 1994 rekonstruiert. 2012 wurde er abermals demontiert, weil er auf dem Trockenen saß. Bollmann bekam eine neue Wasserleitung und angelt seitdem fröhlich weiter...