Seit ziemlich genau 700 Jahren steht die Jakobskapelle etwa 425 Meter westlich des Steintorturmes, war als Kapelle des St. Jakobhospitals Namensgeber für den Jakobsgraben und die Jacobstraße, für deren Verbreiterung sie im Jahr 1892 sogar elf Meter zur Seite rutschte. Ja, die Kapelle hat viel erlebt und wird derzeit sogar wiederbelebt.
Ein Vorhaben, das die Wredow-Stiftung anstrebt, seit sie die Kapelle im Jahr 2000 von der Katharinengemeinde übernommen hat. Passend zur benachbarten Wredow’schen Kunstschule sollte sie für kulturelle Zwecke ertüchtigt werden, weswegen sie erst baulich gesichert, 2016/17 großteils saniert und von der Erdanschüttung gen Brücke befreit wurde.
Seit 2020 ist die endgültige Restaurierung im Gange und soll bis Jahresende 2021 gelingen, wofür Architektin Heidrun Fleege und Restaurator Jochen Hochsieder verantwortlich zeichnen. Beide sind völlig begeistert von diesem Kleinod aus märkischem Backstein, das immer wieder neues Altes offenbart und das laut Hochsieder „alles hat, was eine große Stadtkirche auch hat“ – Weihwasserbecken, Ausgussöffnung, Sakraments- und Sitznische. Sogar die bauzeitlichen Gerüstlöcher sind erhalten, die vom Bau des Gewölbes künden, das lange Zeit eine eingezogene Decke verbarg. Freigelegt und ertüchtigt ist die bauzeitliche, turmseitige Türöffnung.

Neben der bauzeitlichen Türöffnung gewährt eine Lepraspalte Einblick

Dicht dabei findet sich neuerdings wieder eine schmale Öffnung, von denen es laut Hochsieder wohl sieben gab, sogenannte Hagioskope – auch Lepraspalte oder Pestblende genannt. Eine Folge der großen Epidemien des Mittelalters. Pest- oder Leprakranke konnten so von außen am kirchlichen Geschehen teilhaben.
167.000 Euro kostet die gegenwärtige Bau-Kur, die – für die Nutzbarkeit – den Einbau von Strom, Beleuchtung, Wärmequelle und Galerieschienen beinhaltet und die von Bund und Land und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bezuschusst wird. Dennoch lastet die Maßnahme schwer auf der Tasche der Wredow-Stiftung, die auf kleine und große Spenden hofft.
Gern auch im Rahmen des, da die Jakobskapelle offen- und der Restaurator (wie auch die Architektin) zur Verfügung steht. Die Wredow-Kunstschule lädt derweilen ein, Steine im Pflastersteinformat aus Ton selbst zu gestalten – für die anstehende Weggestaltung zum neuen Kapellen-Eingang.