Wer zählt jene, die ab 1834 dank eines Johann Gottfried Bröse zum prächtig angelegten Krugpark pilgerten?! Und das, zumal sich dort mit der Gaststätte „Zum Krugpark“ seinerzeit alsbald ein äußerst beliebtes Ausflugsziel etablierte. Mit großem, schattigen Garten war es bei den Erholungssuchenden, die damals vor allem zu Fuß, gelegentlich mit dem Kremser oder später auch per Rad und mit Bussen kamen, sehr geschätzt. Nach dem zweiten Weltkrieg war es mit der Einkehr im „Neuen Krug“ leider für immer vorbei. Im angrenzenden Park dagegen ist bis heute durch vielerlei Initiativen, Aktivitäten und Spenden – inklusive Förderverein – mehr denn je für das Bewahren jener Traditionen gesorgt, die der Schornsteinfeger Bröse vor fast 200 Jahren begründete.

Schornsteinfeger Bröse hätte Freude am Krugpark der Gegenwart

Er hätte heute an dieser Begegnungs- und Ausstellungsstätte samt Naturschutzentrum, Waldschule oder der Umweltpyramide und traditionellem Krugparkfest wahrlich seine Freude.
Zum außergewöhnlichen Wirken dieses Mannes gehört auch das: Dereinst zum Stadtverordneten gewählt, gestaltete er 1836/37 im Brandenburger Zentrum die Grabenpromenade. Es folgte ab 1844 der Grillendamm, den fortan Linden, Kastanien sowie die hier in Nordeuropa einmalige Sumpfzypressenallee – längst ein Naturdenkmal – verschönern sollten. Die St. Annenpromenade wiederum erhielt vor allem junge Linden. Als weiteres, umfangreiches Wirkungsfeld eröffnete sich für den nimmermüden Bröse der bis dahin kahle, ja, öde Marienberg.

Aufforstung des Marienbergs vor 175 Jahren

Seine nachhaltige Aufforstung begann 1846, also vor 175 Jahren. Zugleich wurden Wege errichtet und Bänke aufgestellt. Inzwischen hatte man den „selbst ernannten Landschaftsgärtner“ zum unbesoldeten Stadtrat sowie Vorsitzenden der hiesigen Verschönerungs-Kommission berufen. Die gesamte Neuanpflanzung auf dem Berg musste regelmäßig gegossen werden. Und so erklomm er kurzerhand mit zwei ihm von einem Freund geschenkten Eseln als Lasttieren für 96 Eimer Wasser (!) dann Tag für Tag die Anhöhe. Versuche, einen Brunnen zu bohren, scheiterten zunächst. Erst geraume Zeit später führte eine Rohrleitung hinauf.

So danken Bröse die Bewohner Brandenburgs

Die parkähnliche Gestaltung des Marienbergs sollte das letzte große Werk Bröses sein, dessen Namen erfreulicherweise heutzutage eine Straße im Stadtteil Hohenstücken trägt. Nach seinem Tode (11. November 1849) wurde er in der Nikolaikirche beigesetzt, später zum dortigen Friedhof umgebettet. Vor 170 Jahren hatte die Kommune nach Geldsammlungen dann das im Krugpark unweit vom Haupteingang stehende, reich verzierte, neogotische Metall-Türmchen (erster Nachguss erfolgte 1985) errichten lassen. In jüngerer Vergangenheit wurde es mehrmals restauriert. Seine vergoldete Inschrift lautet: „Dem Gründer dieser Anlagen und städtischen Promenaden Schornsteinfegermeister Stadtbaurath Herrn Broese, R.Adl.O.“ (Ritter des Roten Adlerordens, d. Verf.). Auf der Rückseite des Denkmals ist zu lesen „Die dankbaren Bewohner Brandenburgs, 1851“.