Schon so einiges hatte der Marienberg als Zeuge der Eiszeit in seiner langen Geschichte „gesehen“, aber das absolute Novum bildete an jenem 1. Juli 1901 die Eröffnung des städtischen Krankenhauses. Längst war ein derartiger Bau in unserem fast 50 000 Einwohner zählenden Brandenburg überfällig geworden; die bislang genutzten engen Räumlichkeiten auf dem Altstädtischen Markt entsprachen in keiner Weise mehr der Entwicklung unserer Heimatstadt. Nur gut, dass sich die Ratsherren – allen voran Oberbürgermeister Rudolf Hammer – so energisch für das Errichten einer modernen Klinik an der Südseite dieser Anhöhe einsetzten.

Ungewöhnlicher Platz für solches Ensemble

Der Berliner Baurat Heino Schmieden wusste natürlich um die Vorzüge, aber durchaus auch um etliche Erschwernisse, die ein derartig ungewöhnlicher Platz für solches Ensemble mit sich bringen würde. Musste sich doch dieser im Stil der norddeutschen Neo-Renaissance geplante Bau sinnbildlich in den Berg hineinfressen.
Etappenweise hat sich das Krankenhaus aber während seines mittlerweile 120-jährigen Bestehens sowohl im Ausmaß als auch in der Struktur ständig weiterentwickelt. Und das über mehrere Generationen, nicht zuletzt dank engagierter ärztlicher Leiter sowie zahlreicher Teams von Medizinern, Schwestern und Pflegern.

Um-, Aus- oder Neubauten folgten

Die Reihe schier unendlicher Um-, Aus- oder Neubauten begann bereits, als die Klinik gerade ein Vierteljahrhundert bestand. Da nämlich machte sich eine erste bedeutende Erweiterung notwendig, die gemäß kommunaler Beschlüsse unter Regie des Architekten und Stadtbaurates Moritz Wolf verwirklicht werden sollte. Wie damals Chefarzt Sanitätsrat Dr. K. Appel erläuterte, würde das gesamte Ensemble fortan aus dem H-förmigen Hauptgebäude (es dominiert bis in die Gegenwart, d. Autor), einem Isolierhaus, aus der Wäscherei, dem Leichenhaus sowie der zentralen Wasserversorgung inklusive Heizung bestehen. Im Verwaltungsbereich fanden zudem Wohnungen für Ärzte, Personal und den Inspektor sowie eine Privatstation mit 16 Betten ihren Platz.

Gesundheit im Grünen

Dank vieler Anpflanzungen war das sich terrassenförmig auf 21 000 Quadratmetern ausdehnende Gelände weitgehend von Grün umgeben. Es grenzte vornehmlich an freies Feld, zudem aber gab es mit einer Gartenanlage und dem Leue-Park willkommene Nachbarn. Schon vorab wurde Mitte der 1920er Jahre diese Lage viel gelobt: „An drei Seiten haben also Licht, Luft und Sonne freien Zugang, während sich zur Hochstraße hin die Häuserfront in respektvoller Entfernung hält.“

Hygienisch schön

Mit Stolz verwies Chefarzt Appel zugleich auf die streng hygienischen Grundsätze: „In allen Zimmern sowie Korridoren sind Ecken und Winkel, in denen sich Schmutz ansammeln könnte, vermieden. Der Wandanstrich ist hell und abwaschbar, der Fußboden besteht aus leicht zu reinigendem Terrazzo bzw. aus Fliesen. Alles nötige Instrumentarium und Armamentarium ist vorhanden. Es wird nach dem Stande der Wissenschaft ergänzt.“