Von St. Katharinen hat man oftmals das im Gegensatz zum blendenden Äußeren eher einfache, schmucklose Innere umgebaut oder auch renoviert. Allerdings kennzeichnen eine edle Linienführung der Pfeiler und Gewölbe auch hier den bedeutenden Architekten. Ungewohnt „ausgeschmückt“ indes zeigte sich dann aber das Kirchenschiff durch die zwischen den Pfeilern des Chores aufgestellten Modelle der von August Wredow, Berger und Schievelbein einst für den Dom in Helsinki gefertigten Kolossalfiguren der zwölf Apostel. (Sie wurden bald nach dem zweiten Weltkrieg als störend wieder entfernt). Wesentlich wertvoller sind da schon Teile des alten Altarschreins (1474) mit Darstellungen aus dem Leben der heiligen Katharina sowie der Amalberga, etliche Epitaphe, Grabsteine und Tafelgemälde, so in den Seitenschiffen und Kapellen. Der wegen seiner Schönheit berühmte Hedwigsaltar (1465), der inzwischen wieder in neuem Glanz erstrahlt, befindet sich in der Schöppenkapelle. Ihr gegenüber in der Fronleichnamskapelle hat seit 1440 ein Messing-Taufbecken seinen Platz.

1582 stürzte der Turm der Katharinenkirche ein

Den 1582 eingestürzten Turm – wie ein Wunder überlebten die drei Gehilfen des Stadtpfeifers – bauten die Meister Johannes Baptista de Sala (Mailand) sowie Balthasar Richter (Dresden) innerhalb von zehn Jahren wieder auf. Ein umfassendes Erneuern des Kircheninneren – dabei wurden ursprüngliche Decken-, Wand- und Gewölbemalerei wieder freigelegt – begann 1910. Gleichermaßen erfolgte der Einbau einer Kohleheizung (heute nicht mehr funktionstüchtig), elektrischer Beleuchtung sowie eines Gestühls mit steinartiger Bemalung, das „eine wohltätige Ruhe atmet“. Gewissen gestalterischen Einfluss nahm sogar Kaiser Wilhelm II., der dann am 30. Mai 1912 seinen Besuch auch dazu nutzte, um das renovierte Gotteshaus wieder einzuweihen. Die zum Ende des zweiten Weltkrieges teilweise zerstörte Kirche, vor allem ihr Turm (heutzutage besteht ein Förderverein), wurde zu DDR-Zeiten in begrenztem Umfang mit Mitteln aus dem Denkmalfonds wieder instand gesetzt.

Intensivere Pflege der Kirche nach der politischen Wende

Nach der politischen Wende konnte dem so dominanten Bauwerk weitaus intensivere Pflege zuteil werden. So beispielsweise erfolgte dann seit Herbst 2011 das Restaurieren des Hedwigaltars sowie mittelalterlicher Wandmalereien.

Brandenburg an der Havel

Vor einigen Monaten gelang es überdies, die aufwändigen Arbeiten an der altehrwürdigen Orgel zu beenden. Neben anderen notwendigen Maßnahmen hat man sie durch ein komplettes Auxiliarwerk auf der Chorempore ergänzt. Gegenüber der Chororgel fand ein Solorwerk mit sechs Registern seinen Platz, unweit des Altars steht zudem nun ein Spieltisch; ausgestattet mit viel Elektronik. Nächstes bedeutendes Vorhaben in dem 620 Jahre alten Gotteshaus soll die Restaurierung des Hochaltars sein (voraussichtlich ab 2023). Auch hierzu sind inzwischen Fördermittel avisiert, zum anderen sollen Spenden eingeworben werden.