Zwei Explosionen erschütterten den Mittwochmorgen und sorgten für kurzes Erdvibrieren unter der Zuschauermenge – sodann zog nur noch eine dicke Staubwolke gen Südosten. Punkt 10 Uhr hatte der Sprengmeister die Sprengpatronen in den 330 (!) Bohrlöchern gezündet, erst die Pfeiler bersten lassen und zwei Sekunden später die Brücke in der Horizontalen gekappt.
Sprengung der "Brücke 20. Jahrestag" in Brandenburg an der Havel

DDR-Geschichte Sprengung der „Brücke 20. Jahrestag“ in Brandenburg an der Havel

Als sich Qualm und Staub legten und der Sperrkreis gegen 10.20 Uhr freigegeben werden konnte, offenbarte sich das erfolgreich vollbrachte Werk: Die marode Brücke, die zum 20. Jahrestag der DDR 1969 eingeweiht worden war, war – wie die DDR – Geschichte. Zumindest niedergelegt und aufgebrochen, um bis Ende Mai abtransportiert werden zu können.

Abtransport und Sperrung

Dafür bleiben laut Edgar Gaffry, Vorsitzender des Vorstands Landesbetrieb Straßenwesen, „die Bahnstrecke bis Donnerstag, 27. Mai 2021, und die Bundesstraße B 102 bis voraussichtlich Montag, 31. Mai 2021, gesperrt. Anschließend ist geplant die Widerlager zurückzubauen – sie bilden den Übergang von der Brückenkonstruktion zu dem jeweiligen Erddamm. Außerdem werden die Fundamente und Stützwände der Brücke entfernt.“

850.000 Euro teures „Feuerwerk“

Die Kosten für die Vorbereitung, die Sprengung und die Beräumung liegen bei ungefähr 850.000 Euro aus Mitteln des Bundes und der Stadt.
Infrastrukturminister Guido Beermann hatte im Vorfeld der Sprengung versprochen, das Projekt „weiterhin zügig vorantreiben“ zu wollen. „Die Vorplanung für den Neubau liegen bereits vor und müssen nun durch das Bundesverkehrsministerium genehmigt werden. Die neue Brücke wird aus drei Teilbauwerken bestehen.“ Ende des kommenden Jahres soll nach jetzigem Stand mit dem Bau der neuen Brücken und Zufahrtsrampen begonnen werden. Mehr Fotos von der Sprengung auf www.moz.de/bilder