Trainer Sven Schößler sprach von einem Punktgewinn, obwohl seine Spieler beinah 59 Minuten vorn lagen. Dass es in diesem Abstiegsduell nicht zu einem Sieg reichte, führte er auf die mangelnde Chancenverwertung in der ersten Hälfte an. "Da haben wir doch einige freie Würfe ausgelassen. Wir hätten zur Pause mit sechs, sieben Toren führen müssen, das hätte den Grünheidern vielleicht den Zahn gezogen", ärgerte sich der Trainer.
In der Deckung lief es hingegen nach Wunsch. In der Woche hatte die Mannschaft intensiv die 5:1-Variante geübt, mit Philip Kryszon als vorgezogenem Spieler und Tom Mandler auf der halblinken Abwehrseite. Damit hatten die Hausherren enorme Probleme vor der Pause, bissen sich immer wieder an der West-Defensive fest. Mit viel Dusel gelang ihnen mit dem Halbzeitpfiff noch das Tor zum 12:16.
An die gute Leistung konnten die Brandenburger nach dem Seitenwechsel nicht mehr anknüpfen. Allerdings meinte es das Schicksal auch nicht gut mit ihnen. Mandler bekam bereits in der 37. Minute seine dritte Hinausstellung und stand somit seinem Team nicht mehr zur Verfügung.
Wenig später verletzte sich Schlussmann Jurij Benkendorf schwer. Mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss wird er für einige Wochen ausfallen. Das es sehr ärgerlich für den jungen Torhüter, denn seine Formkurve ging in dieser Spielzeit stetig nach oben.
Zum Ende erwischte es auch noch Tom Kryszon, den mit insgesamt acht Treffern besten Torschützen der 63er. Damit gingen dem Trainer Schößler allmählich die Alternativen aus. Und die Schlussphase sollte es noch einmal so richtig in sich haben.
In der 58. Minute erhielt zuerst Felix Meysel eine Zeitstrafe, nur Sekunden später traf es Philip Kryszon, der einen Strafwurf verursachte. Den nutzten die Gastgeber zum 26:26-Ausgleich. Anschließend versuchte Sven Schößler mit seiner Auszeit seine Mannschaft zu beruhigen, was nicht gelang. 31 Sekunden vor dem Ende gingen die Grünheider zum ersten Mal an diesem Abend in Führung (27:26).  Der Coach ging nun volles Risiko, nahm Torwart Oskar Müller aus dem Kasten, um einen zusätzliche Feldspieler zu bringen. Sekunden vor dem Abpfiff kam ein Pass zu Meysel an den Kreis, der setzte sich gut durch, wurde aber siebenmeterwürdig gefoult. Magnus Wybranitz nahm sich den Ball und verwandelte auch seinen sechsten Strafwurf sicher zum 27:27-Endstand.
Große Ernüchterung bei den Hausherren, doch auch bei den Brandenburger schwappte die Freude nicht über. Doch dieser Punkt kann enorm wichtig sein für die Mannschaft, vor allem weil sie bei einem direkten Mitabstiegskonkurrenten nicht verloren hat. Gegenüber der Cottbus-Heimpleite wusste sich das Team zu steigern und das sollte es mitnehmen in Hinblick auf die zukünftigen Aufgaben.
An diesem Wochenende ist spielfrei, was Trainer Schößler durchaus begrüßt. da einige Spieler angeschlagen sind. Für das nächste Spiel am 29. Februar gegen den HSV Insel Usedom  hofft der Trainer wieder auf seinen Sohn Max Schößler zurückgreifen zu können, dass seine Schulterverletzung bis dahin abgeklungen ist, wie auch bei Tom Kryszon. Viel Verantwortung kommt nun auf die Torhüter Oskar Müller und Pascal Hindorf von den 2. Männer zu. "Sie können sich nun beweisen", meinte Sven Schöler.
Mit dem Tabellenzweiten HSV Insel Usedom kommt sicherlich ein schwerer Brocken in die West-Halle, doch da liegt die Favoritenrolle eindeutig bei den Gästen. Da wird es niemand der West-Truppe krumm nehmen, sollte es eine Niederlage setzten.
SV 63 West: Benkendorf, Müller, Wybranietz 7/6, Wollweber, Heuer, Meysel 1, Rühlmann, Stenzel, Mandler, Fleischer 4, T. Kryszon 8, P. Kryszon 5, Ackermann 2.