Und dann geschah das Unerwartete: Auf der Bühne wurde sie nach dem Auftritt von Gastgeber André Eckhardt interviewt und auf eine kuschelige Gabe vorbereitet, die Peter Schweinshaupt auf die Bühne brachte: Eine strahlend weiße Pudeldame, wohlerzogen, kuschelig und bald acht Jahre alt. Eva Jacob wusste kaum, wie ihr geschah, sie schnappte nach Luft, strahlte, weinte, lachte - und kuschelte sich ins Pudelfell, nachdem ihr dreimal bestätigt wurde, dass dies nun ihr Hund sei, wenn sie wolle. Und ob sie wollte.
Wer ihr die Freude - nebst dem Konzertveranstalter - bereitete? Peter Schweinshaupt aus dem Bensdorfer Ortsteil Vehlen. Peters "Pudelzwinger vom Figaro" ist unter Pudelfreunden eine echte Nummer und Peter selbst ein liebenswertes Original. Einst war er Frisörmeister in Berlin, hatte über 30 Jahre lang einen Salon in Schöneberg und war zur Wende nach Bensdorf gezogen, um das Leben zu genießen und sich seinen Hunden widmen zu können. Die Liebe zu den Vierbeinern war während der Frisörlehre erwacht, anfangs allerdings geteilt, galt Dobermännern und Pudel. Letztere setzten sich nach zwei zweigleisigen Jahrzehnten beim Figaro vielleicht auch wegen des pflegeintensiven Fells durch. Vor allem aber wegen der guten Eigenschaften. Denn während der Pudel oft als skurril frisiertes Wesen und Modeerscheinung belächelt wird, ist er weltweit als intelligenter Familienhund geschätzt. Auf Wikipedia ist nachzulesen: "Ursprünglich waren Pudel apportierende Jagdhunde, spezialisiert auf die Wasserjagd. Der Name kommt vom altdeutschen puddeln und bedeutet im Wasser planschen." Zu den berühmtesten Pudelbesitzern zählten Ludwig van Beethoven und Sir Winston Churchill. Auch Arthur Schopenhauer soll genau auf diesen Hund gekommen sein.
In Peters Wohnung und Herz stürmte 1971 der erste Pudel, 1975 wurde er "Vater", erlebte den ersten Wurf. Schnell reifte der junge Berliner zum Pudelspezialisten heran, der es bis zum Zuchtwart brachte und mit seinen Tieren bis heute unzählige Pokale sammelt. Erst als Bundes-, dann als Europasieger. Welttitel gelangen ihm allerdings zuerst mit Dobermännern (1976 & 1986). Auf seinen ersten Pudel-Weltsieger musste Peter bis 1990 warten. Bei der Ausstellung in Mailand erfüllte sich endlich der Traum, den er unlängst wiederholt erlebte. Rund 31.000 Hunde hätten dieses Jahr in Leipzig auf solche Ehrung gehofft. Peters zwölf Monate junger "Quax vom Figaro" wurde Weltjugendsieger. "Einer von zwei Titeln, die in Deutschland blieben", bilanziert der Züchter stolz, der "Nina vom Figaro" schweren Herzens hergab: "Bedingung war, dass Nina als Einzelhund gehalten wird. Seit ich Eva kenne, weiß ich, dass sie es gut haben wird." Eva Jacob kündigte an, in engem Kontakt bleiben zu wollen, schließlich müsse sie ja von allen Vorlieben des Hundes erfahren und wolle Peter immer berichten, wie es Nina geht. Sie sei ihm zuhause ein lieber, treuer Begleiter gewesen, schildert Peter, dem es an weißem Pudelnachwuchs nicht mangelt. Gegenwärtig wachsen im "Pudelzwinger vom Figaro" neun Welpen heran.