Am Donnerstag übergaben von Rauch und Ernst Dienst, Mitglied des Vorstandes der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) in Potsdam, dem sichtlich erfreuten Gemeindepfarrer Michael Kiertscher und sahen sich die Restaurierungsobjekte an.
Die Südvorhalle der Sankt Katharinenkirche wurde um 1498 eingewölbt und an der Ost- und Westseite großformatig mit Darstellungen des Leidens und Sterbens Jesu Christi bemalt.
Fragmentarisch ist noch heute im Hintergrund der dargestellten Personen eine weitläufige Stadtansicht zu entdecken. „Gemeint ist damit der Garten Gethsemane in Jerusalem, gemalt wurde aber die Stadtansicht der Brandenburger Neustadt“, ist sich Restaurator Dr. Jan Raue sicher.
Eine Sensation, denn eigentlich wurden Landschaften in der Entstehungszeit des Bildes noch gar nicht so gemalt. Und das Bild birgt eine weitere Sensation: „Der Maler kannte die Grafik, nach der das Bild eins zu eins gemalt wurde, und die stammt zwar aus Deutschland, befindet sich aber in Worcester in England“, erklärt Raue.
Letzte umfassende Arbeiten in der Südvorhalle gab es 1912 , als auch die Bilder mit Farbvarianten des Mittelalters aufgefrischt wurden. Danach geriet der Raum für lange Zeit in Vergessenheit, diente in der Zeit zwischen 1980 und 2000 als Abstellkammer und dämmerte im Dornröschenschlaf vor sich hin.
2009 erforderte der bedenkliche Zustand der Wandmalereien schließlich eine Notsicherung. Jetzt wird mit den bereits begonnenen Arbeiten die Malerei gereinigt, restauriert und so konserviert, dass sie danach in einem gesicherten historischen Zustand ist.
Ebenfalls saniert und gesichert wird der in der angrenzenden Südkapelle aufgestellte Hedwigsaltar, der ebenso wie die Südvorhalle von einem Unbekannten mit den Initialien „v.h.“ der Sankt Katharinenkirche gestiftet wurde.
Das außergewöhnliche Ensemble aus der Zeit um 1480, dessen Malereien wahrscheinlich niederländisch sind, ist stark verschmutzt und hat massiv unter Sonneneinstrahlung gelitten. Dadurch sind die Farben und Retuschen aus dem Jahr 1970 verblasst.
Der Flügelaltar, der zu den bedeutendsten Werken märkischer Kunst gehört, wird nun gereinigt, die beschädigten Stellen werden ausgebessert und der Altar kann so, dank Hilfe des Zuwendungsbescheides der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, gesichert werden.
„Dafür danken wir unseren Kunden und Mitarbeitern“, betont MBS-Vorstandsmitglied Ernst Dienst. Seit ihrer Einrichtung hat die Stiftung allein in Brandenburg 11,2 Millionen Euro bereitgestellt.