Was lange währt, wird meistens gut und ist in diesem Fall auch noch besonders hübsch anzuschauen. Das alte Gasthaus „Neuer Krug“ ist zum neuen Wohntraum geworden – modern und begehrt. „Mit Fertigstellung der Wohnanlage zum Jahresbeginn 2021 war auch schon die Vollvermietung erreicht“, freut sich Julian Paul, der mit „Paul Immobilien“ für die erfolgreiche Vermarktung gesorgt hat. Die Umzüge seien Zug um Zug erfolgt, derweilen noch letzte Restarbeiten an den Außenanlagen zu erledigen sind. Wie auch im Treppenhaus. Julian Paul begründet: „Im Zuge der Restauration haben sich im Schulbau in Fluren und Treppenhaus viele Farben gezeigt – Blau, Sandfarbenes, ein Braunton. Inzwischen ist die künftige Farbgebung mit dem Denkmalschutz abgestimmt und in Arbeit.“ Bleibt noch der Zaun, der mit dem historischen Ensemble in Einklang zu bringen ist.

Ein schönes Denkmal

Dass das Denkmal von den Investoren geschätzt wird, zeigt das Ergebnis im Großen und Ganzen wie auch manch Kleinigkeit:  so wird eine alte, bei den Aufräumarbeiten entdeckte Tafel für den Eingangsbereich aufbereitet, um alsbald BewohnerInnen und BesucherInnen willkommen zu heißen. Andere verwertbare Schätze brachten die zum Teil tiefgreifenden Arbeiten leider nicht zutage – zum Glück aber auch keine bösen Überraschungen. Was bei einer Immobilie mit solch langer Geschichte nicht auszuschließen war. In Teilen ist das Objekt über 300 Jahre alt, fand als Gasthaus bereits 1719 schriftlich Erwähnung, als es den Ort Wilhelmsdorf noch gar nicht gab.

Erst der Gasthof, dann die Siedlung

Der wurde erst 1754 als „Neudorf“ gegründet und 1824 in Wilhelmsdorf umbenannt. Aber es gab seit dem Mittelalter die wichtige Haupt- und Handelsstraße zwischen Magdeburg, Brandenburg an der Havel und Berlin, an der sich Restaurationen rentierten.  Die rentabelste und bunteste Zeit durfte für den „Neuen Krug“ Ende des 19. Jahrhunderts angebrochen sein, als Ausflugslokale boomten. 1949 war es mit dem Spaß vorbei: Wilhelmsdorf war gewachsen und das 1906 geschaffene „Schul- und Beethaus“ an der Kirche zu klein.

Gasthof wird Schulhaus

Darum wurde der „Neue Krug“ zur Schule und bis 1951 um einen großen Anbau gen Wald erweitert. Bis auch dieses Ensemble zu klein, der Neue Krug zu alt und 1985 nebenan eine nagelneue (Krugpark-)Schule bezugsfertig war. Der Neue Krug wurde nur noch zeitweilig für schulische Zwecke, als OSZ und Lagerkapazität genutzt und stand ab dem Jahr 2000 leer. Verkaufsofferten der Stadt blieben lange erfolglos, bis Projektentwickler Bernd Jansen Interesse an dem 5.500 qm großen Grundstück mit den 1.620 qm Nutzfläche signalisierte und im April 2016 den Segen der Stadtverordneten bekam.

Schulhaus wird Wohnhaus

2017 sollte die „Seniorenwohnanlage zum Alten Krug“ entstehen, doch dachte der Projektentwickler noch einmal um und passte das Projekt an die veränderte Marktlage an. Brandenburg an der Havel boomte plötzlich, sodass sich auch hochwertige Wohnanlagen vermarkten ließen.  Jansen setzte auf Eigentumswohnungen und im Sommer 2019 die Baumaschinerie in Gang. „Wohnen in ehemaliger Krugparkschule“ waren Ziel und Slogan. 16 2-, 3- und 4-Raum-Wohnungen sollten entstehen, zwischen 66 und 145 Quadratmeter groß und ausgestattet mit Terrasse oder Balkon sowie einem Kellerabteil für jede Wohneinheit. Dazu 23 Stellplätze. Der Baubeginn lockte nicht nur potentielle Mieter, sondern auch Investoren. Mit zweien wurde sich der Projektentwickler handelseinig, weswegen die Immobilie seit Jahresende 2019 neue Eigentümer hat – einem Doktor aus Süddeutschland und einer Brandenburgerin gehören jeweils acht Wohnungen.

Projektentwickler dankt

Zum guten Bau-Ende hin geführt wird das Projekt allerdings noch unter Regie von Bernd Jansen, der allen am Bau beteiligten Firmen und Ämtern, insbesondere dem Denkmalschutz, für die tatkräftige Mitwirkung dankt.
Für die Mieterschaft bleibt „Paul Immobilien“ ihr Ansprechpartner und ihre Entscheidung fürs „Wohnen in ehemaliger Krugparkschule“ goldrichtig – stadtnah am Stadtrand in einem wunderschönen Denkmal, mit dem Krugpark vor der Haustür.