Das Tor zur Brandenburger Neustadt wird attraktiver und bunter, denn in die Sankt-Annen-Straße 1 kehrt Leben zurück. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf tut sich einiges auf dem weitläufigen Grundstück stadteinwärts rechterhand der Sankt-Annen-Brücke.
Das Fachwerkgerüst des einstigen Viehstalls ist eingerüstet und teilverhüllt und soll als Wohn- und Gewerbestätte hergerichtet werden. Dahinter haben Spaziergänger beim Blick über die Stadtmauer längst das große Fundament entdeckt, auf dem bis Ende 2021 zwei energieeffiziente Wohnhäuser (KfW 55) mit hochwertiger Riemchen-Fassaden-Gestaltung und 16 Mietwohnungen entstehen.

Wohnen am Wasser in Bestlage

Weitere Einzelheiten sind auf der Homepage der in der Tismarstraße ansässigen Hausverwaltung „startFEEL@home“ zu erfahren, wo das Projekt als „Wohnen am Wasser in absoluter Bestlage der Stadt Brandenburg“ angepriesen wird. Demnach misst das „abgeschlossene Wassergrundstück ohne Zugang Dritter“ 3.500 qm, auf denen neben 1.712 qm Wohnfläche (2- bis 4-Raumwohnungen) auch PKW-Stellflächen mit Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, gemeinschaftliche Grillflächen sowie ein gemeinschaftlich genutztes Bootshaus entstehen.

Warmmieten zwischen 1.336 und 1.713 Euro

Die zwischen 92 und 118 qm großen Wohnungen sind auch über Fahrstühle erreichbar und zeichnen sich durch „überdurchschnittlich große Balkone mit Blick zum Wasser durch 3flügige, bodentiefe Fenstertüren“, durch wahlweise geschlossene oder offene Küchen sowie „Vollbäder mit ebenerdiger Dusche und Wasserfall-Armaturen, Gäste-WC´s, elektrische Rollläden, integrierte Radios in Bad und Küche“ aus. Das Angebot scheint trotz voraussichtlicher Warmmieten zwischen 1.336 und 1.713 Euro verlockend, denn zehn der 16 Wohnungen sind bereits reserviert.

Ferienwohnungen am gegenüberliegenden Ufer

Ein weiterer Miet-Schlager hat am gegenüberliegenden Ufer schon Formen angenommen – als Fünfgeschosser auf der Inselspitze zwischen Jacobsgraben und Stadtkanal. Was Wohnungseigentümer der 1997 vermarkteten Wohnanlage „Sankt Annen“ in der Potsdamer Straße wegen des zugebauten Havelblicks frustriert, wird Urlauber begeistern. 14 Ferienwohnungen werden alsbald zu haben sein, wo Unternehmer Attila Racz seit 2015 die Hausboot-Basis für seine „Havel Cruiser“ hat.

Innenausbau begonnen

Eigentlich sollten in jenem BUGA-Jahr auch schon die Ferienwohnungen vermietbar sein, doch zögerten insbesondere Streitigkeiten mit der Nachbarschaft das Vorhaben hinaus, das vom Land Brandenburg dem Vernehmen nach als „touristisch wertvoll” und förderfähig eingestuft worden ist. Auch die Baugenehmigung seitens der Stadt stellte keine Hürde dar. Inzwischen ist der Rohbau realisiert, die Hülle geschlossen und der Innenausbau begonnen.