Benjamin Büsser profitiert davon ein Leben lang und die Schule von ihrem ehemaligen Schüler. 12 war er im Jahr der Homepage-Premiere und fasziniert von der Computer-AG. Hier lernte er die Grundlagen kennen, brachte sich selbst das Programmieren bei und saß noch als Jugendlicher regelmäßig im Computer-Kabinett, „weil wir zuhause kein Internet hatten.“ So wurde die Homepage gut gepflegt und Büsser zum Computerspezialisten. 2012 machte er sich selbstständig, sorgt mit seiner Firma „BCB WebHouse“ für Webdesign und Programmierung und für die multimediale Welt der Luckenberger Schule. Sie ist sein Testfeld für die große Schulwelt – für Brandenburg an der Havel mit seinen 21 Schulen, für Deutschland mit insgesamt 33.493 Schulen. Die Luckenberger Schule wurde  2014 mit einer neu entwickelten Schul-App zum Pilotprojekt, das mit dem jüngsten Update reif für die Eroberung aller Schulen ist. „Sie ist so programmiert, dass jeder sofort einsteigen und in fünf Minuten am Start sein kann“, versichert Büsser. In der Grundversion soll sie knapp, kurz und informativ sein, ist aber modular erweiterbar und somit flexibel. Und sie ist für Lehrer, Schüler und Eltern einsetzbar. Vertretungspläne sind hinterlegt, Schul-News als Push-Up-Nachricht möglich und Termine – beispielsweise für die nächste Elternversammlung oder „Kleine Luckenberger Musik“– in den Smartphone-Kalender übertragbar. Heiko Nachtigall: „Mein Highlight ist die Krankmeldung, die Eltern für ihre Kinder per App erledigen können. Klingeln sonst – gerade bei Erkältungswellen – die Telefone ab 6.30 Uhr andauernd, geht die Meldung per App schnell und geräuschlos. Dafür bekommen die Eltern einen QR-Code, dreifach verschlüsselt, was die Sicherheit der personenbezogenen Daten gewährleistet. Auch Vertretungspläne können Eltern einsehen, was ein bisschen Kontrolle und früheres Abholen ermöglicht.“
Apropos Vertretungsplan: Der spielt auch eine entscheidende Rolle bei der nächsten Neuerung, die Büsser kurz so beschreibt: „Wir haben das Schul-TV entwickelt.“ Testweise ist es in der Luckenberger Schule im Einsatz, dank zweier ausgedienter Fernseher des Konrektors. Einer ist im Medienraum installiert, der andere im Lehrerzimmer. In letzterem bekommen die Lehrer angezeigt, welche Schüler krank gemeldet sind; der Vertretungsplan läuft auf allen Kanälen. „Das spart Zeit und Papier und ist ausbaufähig. Größere Monitore sind das Ziel, dazu einer im Eingangsbereich, damit die Kinder über Änderungen im Stundenplan direkt informiert werden können“, so Nachtigall, „das Gesamtpaket aus Homepage, App und Schul-TV ist jedenfalls eine große Sache und für uns eine unglaubliche Erleichterung.“
Ob andere Schulen davon profitieren werden? Benjamin Büsser hat sich jedenfalls auf die Schulthematik spezialisiert und der Schulverwaltung ein stadtweites Angebot unterbreitet. Womöglich ist ganz Brandenburg an der Havel bald ein schul-mediales Ideal.