„In der Hoffnung, dass es gelingt, in wenigen Monaten die Infektionszahlen soweit zu reduzieren, dass auch Kulturveranstaltungen wieder verantwortbar durchgeführt werden können, haben wir das Jahresprogramm 2021 konzipiert“, lässt das Domstift Brandenburg im Vorwort seiner 116-Seiten Broschüre wissen, die ab dem 1. April zu Vorträgen, Gottesdiensten, Konzerten, Orgel-Klängen und Dom-Einblicken sowie zu den familiären Dom-Erkundungstouren „Kirchenkatze“ und den „After Work“-Veranstaltungen in den Brandenburger Dom locken sollte.

Zeit für Öffentlichkeit

Sieben Wochen später, da sich Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen anbahnen, geht Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht mit dem Programm an die Öffentlichkeit, in der guten Hoffnung, dass „ab Mitte Juni fast alles wie geplant stattfinden kann“. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Der Dom verabschiedet sich von Gratis-Konzerten. Marcell Fladerer-Armbrecht: „Es war lange im Gespräch. Das Domkapitel will es so, ich konnte es nicht mehr aufhalten. Auch wenn es mir weh tut, denn unser Auftrag war auch immer, denen Kultur zu bieten, die es sich nicht leisten können.“ Oder wie es im Vorwort der Broschüre heißt: „Daneben aber ist der Dom Sinnbild für Kultur und Bildung und für die Begegnung von Menschen, gleich welcher Herkunft oder welchen Glaubens.“

Veranstaltungen ohne Glaubenscharakter

Allerdings sind nun Veranstaltungen ohne Glaubenscharakter eintrittspflichtig und bis zu 20 Euro beispielsweise für Kammermusik zu bezahlen. Obwohl der bisherige Spendenschnitt pro Konzertbesucher bei etwa sieben Euro lag. Das Domkapitel verlangt mehr Wirtschaftlichkeit. „Ich bin gespannt, wie sich das auszahlt“, gesteht der Domkantor, der sich weiter an die positiven Fakten hält.

Einige Highlights

Und, ja, das Jahresprogramm hat viele gute Seiten, hält an den Sommermusiken fest, setzt verstärkt auf die Wagner-Orgel, hat eine Reihe für Organistinnen (ab 30.06.) ins Leben gerufen und beinhaltet den Auftakt zu Marcell Fladerer-Armbrechts Vorhaben, in 18 Andachten und Konzerten Bachs gesamtes Orgelwerk aufzuführen. Chorkonzerte soll es ab 24. Juli wieder geben, einen Chanson-Abend am 18. August, am 15. September die Brandenburger Symphoniker im Dom, ein Stummfilmkonzert zu Charlie Chaplins „The Kid“ am 19. September, Patchwork am 22. September und am 17. Oktober womöglich sogar das Gastspiel des Haderslev Boys Choir aus Dänemark. Bereits ab dem 16. Juni „würden wir die Kammermusiken gerne stattfinden lassen.

Es kann losgehen

Wir haben die ersten Konzerte so konzipiert, dass man sie statt in der Krypta im Dom stattfinden lassen kann – mit entsprechenden Abstand“, schildert Marcell Fladerer-Armbrecht ganz optimistisch. Die nächsten Zahlen und Beschlüsse zur Corona-Lage werden Aufschluss geben. Hilfreich ist in jedem Fall der Hinweis in der Programm-Broschüre: „Wir bitten Sie aber, sich auf unserer Website zu informieren, ob die Veranstaltungen tatsächlich stattfinden: www.dom-brandenburg.de.“