Die größte Orgelanlage des Landes Brandenburg wird am 13. Juni 2021 um 10:30 Uhr in einem Festgottesdienst mit Bischof Dr. Christian Stäblein und im Beisein von Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle eingeweiht.

Viele Unterstützer

„In der St. Katharinenkirche ist eine Orgelanlage entstanden, die sogar in ganz Ostdeutschland ihresgleichen sucht“, ist Kirchenmusikdirektor Fred Litwinski überzeugt. „Wir danken dem Land Brandenburg, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Mittelbrandenburgischen Sparkasse, dem Evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg, dem Rotary-Club Brandenburg an der Havel, der Stiftung Kirche im Dorf und unseren sehr vielen Spendern für die großzügige Unterstützung, durch die unsere ‚Tokatha‘ verwirklicht werden konnte.“

Darum „Tokatha“

„Tokatha“ will die St. Katharinengemeinde als neue Marke etablieren. „Im Wort ‚Tokatha‘ steckt das italienische Wort für ‚berühren‘ wie in der musikalischen Form der ‚Toccata‘. Die Berührung wird mit dem Besonderen des Kirchenraumes der St. Katharinenkirche verbunden. Denn die Orgelklänge, die nun aus drei Richtungen kommen, von der Hauptorgel, der Chororgel und dem Solo-Werk auf der Nordempore bilden einen großen Raum, in dem Klänge die Menschen erreichen und berühren, in dem Musik Menschen öffnet und verbindet“, so Katharinen-Pfarrer Jonas Börsel.

Ein Millionen-Projekt

Die Arbeiten an dem fast eine Million Euro teuren Orgelprojekt begannen im April 2019 und dauerten bis zum Sommer 2020. „Die Verbindung von Alt und Neu war die größte Herausforderung“, fasst Michael Schuke zusammen, dessen Traditionsorgelbaufirma das besondere Werk vollbracht hat und dafür mehr als 7.000 Arbeitsstunden aufwendete. Allein die Feinintonation dauerte fast vier Monate.

Mit 6.364 Orgelpfeifen!

Kein Wunder, denn die auf das Jahr 1726 zurückgehende Orgel hat kräftige Verstärkung bekommen, verfügt nun – auf drei Standorte in der Kirche verteilt – über 96 Register, 5 Manuale und Pedal und bietet mit ihren 6.364 Orgelpfeifen eine fast unendliche Klangvielfalt. Die sollte sich bereits ab Sommer 2020 erschließen, doch mussten wegen der Corona-Pandemie die offizielle Einweihung und viele Orgelkonzerte verschoben werden.

Großes Konzert in 2022

Während das heiß ersehnte Konzert mit dem Pariser Kathedralorganisten Olivier Latry und auch das Chor-Orgelkonzert sogar erst im Rahmen des internationalen Orgelfestivals vom 10. bis 12. Juni 2022 nachgeholt werden (erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit), erfolgt die offizielle Orgel-Einweihung nun am 13. Juni 2021. „Erstmals wird dabei der mobile Spieltisch öffentlich vorgestellt und kommt fortan auch bei Konzerten und den täglichen Mittagsmusiken um 12 Uhr zum Einsatz“, verrät Fred Litwinski, der auch am 25. Juni, 22 Uhr, bei der ersten Aufführung mit dem Titel „(fast) Nur leise Töne“ am Spieltisch Platz nehmen wird.

Noch viele Konzerte im Sommer 2021

Den Orgelabend am 16. Juli, 19.30 Uhr, gestaltet KMD Prof. Matthias Eisenberg, am 8. August Uwe Klußmann, am 15. August Winfried Kuntz. Bereits am 1. August „gehört“ Jens Goldhardt die Orgel – in Begleitung der „Psalmvertonungen“ mit Gerhard Schöne. Ob dann die Katharinenkirche schon wieder mit 1.000 Besuchern vollausgelastet werden kann? Mehr als die gegenwärtig erlaubten 200 Plätze werden ganz sicher zur Verfügung stehen.