Es war der 01. April 2019, als die Bautätigkeit auf dem Jahre zuvor beräumten Grundstück westlich der August-Bebel-Straße – zwischen Bahngleis, Schornsteinfegerschule und der Straße Am Gallberg gelegen – mit einem vereinten ersten Spatenstich in Gang gesetzt wurde. Der einstige Berufsschul- und Verwaltungsstandort sollte sich zu einem Wohn-, Betreuungs- und Dienstleistungszentrum wandeln, wofür sich der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam e.V., die Promnitz Service GmbH und SPZ Brandenburg gGmbH zusammengetan haben. Ausgehend vom ersten gemeinsamen Spatenstich an jenem 01. April sollte das 30.000-qm-Areal fix erschlossen und ein halbes Jahr später mit den Aufbauten begonnen werden: die Lebenshilfe wollte bis zum Schuljahr 2020/21 eine Kita mit Hort schaffen, Familie Promnitz ab Frühjahr 2020 parallel zur Bebel-Straße ein zweigeschossiges Therapiezentrum und ab Herbst das SPZ vorm Bahndamm zwei Pflege- und drei Wohnhäuser. In spätestens fünf Jahren sollte das auf 25 Mio. Euro bezifferte Gemeinschaftswerk vollbracht sein.

Zur Halbzeit ist zwar nur ein Teilprojekt in Umsetzung

Zur Halbzeit ist zwar nur ein Teilprojekt in Umsetzung, dafür aber kurz vor der Fertigstellung. Lebenshilfe-Geschäftsführer Matthias Pietschmann hätte das Werk zwar lieber schon ein Jahr bevölkert gesehen, freut sich aber dennoch, fast am Ziel zu sein. Das anfänglich von der Stadt gewünschte Umplanen von 168 auf 204 Plätze habe ebenso Zeit gekostet wie ausdauernde Winterwochen und coronabedingter Personalmangel bei einigen Baufirmen. Das summierte wegen explodierender Baupreise die Kosten auf nun 8,3 Mio. Euro. Der ursprüngliche Ansatz lag bei 6,8 Mio. Euro. „Würden wir jetzt beginnen, würde uns das Projekt etwa 11,5 Mio. Euro kosten“, tröstet sich Pietschmann und glaubt trotz der unglaublichen Baupreise an die Vollendung des Gemeinschaftswerkes am Gallberg. Das „LebensWelten“ genannte Lebenshilfe-Projekt befindet sich jedenfalls auf der Zielgeraden – dank tatkräftiger Mitwirkung von 39 Planungs- und Baufirmen und werktags bis zu 60 Bauleuten vor Ort.

Viele der insgesamt 77 Kita-Räume sind fertig

Viele der insgesamt 77 Räume sind fertig, in den restlichen herrscht Endspurtstimmung: ein paar Fliesen hier, Installationen und Türblätter dort sowie Fußbodenarbeiten nebenan. In drei Räumen türmt sich das pünktlich angelieferte Mobiliar, um dessen Aufbau sich acht Mann zwei Tage lang in der 9. Kalenderwoche kümmern. Bereits für Januar sind – bei offenem Wetter – die Pflanzungen im Außenbereich vorgesehen und für die erste Februarwoche die Küchenmontagen.
Ebenfalls im Februar soll die zweiwöchige Prüfung und Abnahme der Einrichtung erledigt werden. „Wenn kein knallharter Winter kommt, wir folglich die Außenanlagen betriebsfertig bekommen – also die Zuwegungen und Rettungswege –, dann steht der Gesamtinbetriebnahme im März nichts im Wege“, ist Matthias Pietschmann überzeugt.

Kinder können angemeldet werden

Sodann stehen in dem u-förmigen Zweigeschosser, der 2.800 Quadratmeter Nutzfläche beinhaltet und mit zwei Fahrstühlen aufwartet, 54 Hortplätze sowie 80 Kita- und 70-Krippenplätze zur Verfügung, wofür Anmeldungen unter Tel. 03381-7950609 oder per Email an info@kita-lebenswelten.de möglich sind. Die gleichen Kontaktdaten gelten für die Komplettierung des Teams: „Wir suchen händeringend Erzieherinnen für Krippe und Kita, wobei auch Männer gern gesehen sind. Bislang haben wir noch keinen einzigen“, gesteht die künftige Kita-Leiterin Yvonne Büttner. Und sie verrät, dass sie mit den ersten einziehenden Kindern Besonderes vorhat: „Da es bislang keine Grundsteinlegung gab, werden wir ihn vier Wochen nach Eröffnung in den vorbereiteten gläsernen Boden im Eingangsbereich feierlich legen – und zwar in Form einer Zeitkapsel, die wir zuvor mit den Kindern füllen“.