Für die Havelstadt Brandenburg war 2020 das zweitwärmste Jahr (Spitzenreiter 2018) seit Beginn der Temperaturmessungen, denn mit einem Ist von 11,6 Grad wurde das übliche Mittel immerhin um 2,3 Grad überboten.
Dabei blieben bis auf den Mai alle Monate zu mild, Januar (5,1° Abweichung), Februar (6°!) sowie August (4,1°) und November (3,2°) taten sich besonders hervor. Weitere markante Daten: 55 Sommertage, davon 17 (!) Tropentage (über 30°) sowie 26 Mal leichter Frost. Besonders auffällig: Brandenburg blieb ohne jeden Eistag (ständig unter Null). Demgegenüber stehen die Maxima mit 36,2 Grad, 35,3 und 35,1 ° für den 21., 9. und 8. August zu Buche, den Tiefstwert von gerade einmal -3,3° gab es am Morgen des 24. März. Mit rund 1980 Sonnenstunden konnte das „Soll“ um einiges überboten werden. Ein Defizit von gut 50 Litern entstand abermals in punkto Niederschlag. Die Station Görden meldete als Ist 522 Liter.

   Lassen wir im Zeitraffer die zwölf Monate Revue passieren!

Vergeblich suchte man Schnee und Eis in diesem ungewöhnlich milden JANUAR. Er war im Temperaturmittel sogar wärmer als ein März. Dem wollte der FEBRUAR  keinesfalls nachstehen. Neue Rekorde: 6 Grad über dem „Soll“, Maxima von mehr als 15 Grad, einmal sogar nachts (17.). Dank eines „Festivals“ der Tiefdruckgebiete gab es mehr als 200 Prozent Niederschlag. Im MÄRZ indes – temperaturmäßig mit zwei Gesichtern – folgte dagegen wieder ein Defizit. Der vorletzte Tag des Monats überraschte uns mit später weißer Pracht (Schnee, Graupel).

Sonne, Sonne und nochmals Sonne.

So lautete die Devise für den sonst als unbeständig bekannten APRIL. Gar 309 (!) Stunden war „Klärchen“ präsent, ein absoluter Rekord für das gesamte Jahr. Hochdruckzonen zogen wie an der Perlenkette gereiht heran, bewirkten enorme Trockenheit (kaum zehn Liter). Eher als Gemischtwarenladen kam der Wonnemonat MAI daher. Er blieb etwas „unterkühlt“ (0,2 Grad unter dem Durchschnitt), zeitweise unbeständig, aber war nicht ausgesprochen nass. Dagegen öffnete der JUNI, der sich in unseren Breiten ohnehin gern wechselhaft präsentiert, trotz seiner insgesamt 19 Sommertage mehrmals weit die Himmelsschleusen. Allein am 13. waren es gleich 63 von summa summarum 100 Litern.

Hochsommermonat zu nass

Der folgende Hochsommer-Monat JULI erwies sich letztendlich ebenfalls als zu nass. Zwar wurde es zu warm, aber längst nicht immer gab es einladendes Badewetter. So wollte uns offensichtlich der AUGUST noch einiges nachreichen. Das gelang ihm mehr als reichlich: Bis zum Beginn der letzten Dekade kamen nun viele Havelstädter abermals mächtig ins Schwitzen. Denn eine Hitzewelle, die zu 13 der 17 diesjährigen Tropentage führte, hatte es in sich.

Zu warm, zu trocken

Und der SEPTEMBER schloss sich würdig an. Seine Bilanz: deutlich über Normal die Gesamttemperatur, überdies zu trocken. Nochmals luden bei Hochdruckeinfluss und subtropischer Heißluft die Havelgewässer (22 Grad!) ein, doch andererseits gab es zum 19. den ersten Bodenfrost. Vom goldenen OKTOBER folgten nur „Kostproben“. Lediglich 80 Stunden Sonnenschein (im Januar 20 waren es genauso viel) stehen in der Statistik. Hinzu kamen des Öfteren Unbeständigkeit und Regen. Selten Grund zum Jubeln hatten die Brandenburger wohl während des NOVEMBERS und DEZEMBERS, die vor allem noch in frischer Erinnerung sein dürften. Gewissermaßen „unaufgeregt“, ohne jedwede Turbulenz ihr Witterungsverlauf.

Viele trübe, dunkle Phasen

Zumeist von ungewöhnlich milden Temperaturen geprägt, brachten beide Monate neben etlichen trüben-dunklen Phasen durchaus auch Tage, an denen „Klärchen“ dominierte. Aber am 10. Dezember gab es mit plus 0,2 Grad zumindest den niedrigsten Tageshöchstwert des Jahres 2020.