Seit 2008 befindet sich im ehemaligen Paulikloster in der Neustädtischen Heidestraße 28 das Archäologische Landesmuseum Brandenburg und bewahrt mit etwa 10.000 Exponaten einen bedeutenden Schatz der kulturhistorischen Geschichte des Landes Brandenburg.

Die Uckermark ist heute ein beliebtes Reiseziel für gestresste Großstädter und Naturliebhaber. Doch bereits vor etwa 7000 Jahren erfreute sich diese Region regen Zuspruchs. Ihre fruchtbaren Böden machten sie ausgesprochen attraktiv für die ersten sesshaften Bauern, die um etwa 5500 bis 5000 vor Christus einwanderten und kleine Siedlungen gründeten.
Das schleichende Ende der Zeitalter der Jäger und Sammler und der Beginn der agrarisch geprägten Jungsteinzeit war hiermit eingeläutet. Der Anbau von Getreiden und Hülsenfrüchten, das Halten und Züchten von Tieren, das Errichten von Häusern sowie das Weben von Textilien gehören zu den Neuerungen der Jungsteinzeit. Doch auch das Töpfern zählt zu den Innovationen dieser Epoche.

Jungsteinzeitliche Kultur aus Brandenburg

Die beiden abgebildeten Gefäße stammen aus einer Siedlung jener Landwirtschaftspioniere. Es handelt sich um Kümpfe der so genannten Linienbandkeramik. Dies ist der Name der ersten jungsteinzeitlichen Kultur, die weite Teile Europas erreichte. Namensgebend für diese archäologische Kultur ist eine aus Wellenbändern und geschwungenen Linien bestehende Verzierung der Gefäße.
Beide restaurierten Kümpfe stammen aus Gruben, die zu einer bandkeramischen Siedlung im uckermärkischen Zollchow gehören. Aus diesen förderten die Ausgräber zum Teil große Mengen an Abfall. Neben Scherben von Gefäßen verschiedener Qualität fanden sich unter anderem Tierknochen, Reibsteine sowie Objekte und Abschläge aus Feuerstein.

Keramiken weckten das Interesse der Fachleute

Die Keramiken weckten jedoch das besondere Interesse der Fachleute. Form und Verzierung der Gefäße zeigen deutliche Parallelen zu Funden aus Ostmitteleuropa. Möglicherweise kamen die ersten Ackerbauern und Viehzüchter der Uckermark von hierher.
Die zum Teil sehr dünnwandigen und fein gearbeiteten Gefäße bedeckten Bogenbänder, so genannte Notenkopfmuster und für die Uckermark typische dreieckige Einstiche. An einzelnen Gefäßen hafteten noch kalkhaltige Farbreste, die auf eine einstige Bemalung hinweisen. In wenigen Fällen fanden sich auch Spuren von Pech an den Scherben. Das Material diente vermutlich als Untergrund für aufgeklebte Verzierungselemente.
Die Hersteller dieser Keramik waren demnach geübte Töpfer und regelrechte Ästheten.