Beim ersten virtuellen „Tag der Ernährungswirtschaft“ hat Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) neben der Stenon GmbH aus Potsdam die Agrargesellschaft Emsterland GmbH aus Kloster Lehnin mit dem Brandenburger Innovationspreis im Cluster Ernährungswirtschaft ausgezeichnet.

Das überzeugte die Jury

Ganzjährige Weidehaltung von Milchvieh ist in Deutschland ungewöhnlich. Die Produktion von Milch und Molkereiprodukten ist in Brandenburg bisher von einer intensiven Stall-Milchviehhaltung geprägt. Die Agrargesellschaft Emsterland GmbH in Kloster Lehnin der Brüder Paul und Stephen Costello hält hingegen 950 Milchkühe der Rasse Jersey in ganzjähriger Weidehaltung. Unter der Marke „Grasmilch Brandenburg“ produzieren die beiden irischen Landwirte eine „klimaneutrale Vollmilch“ für den Lebensmitteleinzelhandel.

Brandenburg will Nachhaltigkeit fördern

Etwa 25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen des Landes Brandenburg bestehen aus Grünlandflächen, die selten zur Beweidung durch Milchvieh genutzt werden. Im Sinne einer nachhaltigen Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Nutzung haben aber gerade Grünlandflächen eine besondere Bedeutung – etwa durch CO2-Bindung und Kreislaufwirtschaft.

Nachahmer für ganzjährige Weidehaltung gesucht

Mit dem „Farm-System ganzjährige Weidehaltung“ zeigen die Costellos, dass auch unter den mageren Bodenverhältnissen und schwierigen klimatischen Bedingungen in Brandenburg eine wirtschaftlich lohnende ganzjährige Weidehaltung möglich ist – etwa durch regelmäßigen Wechsel der Weiden. Das Konzept „Grasmilch Brandenburg“ kann als innovatives Modellprojekt für landwirtschaftliche Betriebe dienen, die sich den zukünftigen Anforderungen an nachhaltige Landwirtschaft stellen wollen.

Lob von Wirtschaftsminister Steinbach

„Unsere märkischen Unternehmen haben sich auch während der Pandemie nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil: In einer bewundernswerten Jetzt-erst-recht-Haltung sind sie zu innovativer Höchstform aufgelaufen. Gerade die Ideen im Cluster Ernährungswirtschaft sind jetzt sehr hilfreich. Bemerkenswert bei den Preisträgern 2020 ist, dass einerseits Ideen aus dem Ausland in Brandenburg aufgenommen und verbessert wurden und andererseits Innovationen aus Brandenburg ihren Weg auf den Weltmarkt finden. Das ist in diesen schwierigen Zeiten wirklich herausragend und preiswürdig“, lobte Minister Steinbach.
Die beiden Unternehmen teilen sich das Preisgeld von 10.000 Euro zu gleichen Teilen. Bereits zum siebten Mal richtete das brandenburgische Wirtschaftsministerium diesen Wettbewerb aus. Die Preistragenden wurden von einer unabhängigen Jury aus Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft des Clusters Ernährungswirtschaft ausgewählt.