Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer und schon gar nicht Frühling. Zwar „begrüßten“ der Pritzerber Horst Hauke sowie das Ehepaar Adel in Plaue-Charlottenhof am 1. sowie 11. April die ersten Mehlschwalben, doch der als unbeständiger Geselle bekannte April kam bis zur Monatsmitte eher spätwinterlich daher. Ausnahmen bildeten da zunächst beide vorgenannten Daten mit Maxima von 18,6 sowie 19,9 Grad wie später dann der 20., 21. und 28. mit Werten um 18 Grad. Diese hier erwähnten Tage sollten gleichzeitig aber binnen weniger Stunden jeweils Wendepunkte zu unangenehmem, ja, „unterkühltem“ Wettergeschehen werden.

Kaltfronten stoppen Frühling

Denn da stoppten Kaltfronten mit Luftmassen aus polaren Breiten energisch den sich zart andeutenden Frühling. Zusehends fiel das Quecksilber um zehn bis sogar mehr als 15 Grad. So verwundert es schließlich nicht, dass dieser April um 1,1 Grad zu kalt (anderenorts noch deutlich krasser) gegenüber dem vieljährigen Mittel von 7,4 Grad ausfiel. Das war bei uns zuletzt 1980 der Fall. Übrigens, 2020 indes blieb es drei Grad zu warm.

Drei Tage mit Luftfrost

Und diesmal nun sprechen drei Tage mit Luftfrost zwischen - 0,7 und -0,3 ° am 4., 6. und 26. (im Umland gar -5 ° und darunter) sowie 14 Nächte mit Bodenfrost für sich. Ergo: Es gab noch Reif sowie gefrorene Autoscheiben – zuletzt am 26. und 27. Die niedrigsten Tageshöchstwerte stehen für den 7. bzw. 5. mit lediglich + 6,4 und 6,7 Grad! in den Annalen. Zeitweilig ging die Temperatur sogar tagsüber zurück, so auch, als Schnee- und Graupelschauer einsetzten. Der oft starke oder böige Nord-/Nordostwind ließ uns alles noch kälter empfinden.

Obstblüten nahmen Schaden

Viele zarte Obstblüten nahmen Schaden, die Natur liegt fast eine Dekade „zurück“. Sparsam blieb Petrus bei den Niederschlägen: Es reichte in der Station Görden (Klaus Seewald) an zwölf Tagen nur zu 25,9 Litern – „Soll“ 44 Liter –, Gottfried Tübel registrierte auf der Eigenen Scholle gerade einmal 24 Liter. Darunter gut zehn Liter am 11./12. Ein für April eher seltenes Gewitter (29.) brachte im Stadtgebiet unterschiedliche Mengen. Immerhin war die Waldbrandwarnstufe IV nun passé. Geradezu November-typisch mit dichtem Nebel kamen indes der 18. und 19. daher.

Es gab auch schöne Tage

Neben vielen Tiefdruckgebieten hielt der Monat auch schöne Tage parat. Den Hochs „Queen“ und „Sandra“ ist es zu verdanken, dass die Sonne – sie fehlte an keinem Tag – bei einem „Soll“ von 200 Stunden (im Vorjahr 310 Stunden als Rekord!) wenigstens noch knapp 170 Stunden schaffte. Mehr als 80 davon gab es in der letzten Dekade. Unterdessen begann der „Wonnemonat“ Mai ebenfalls kühl, die Heizungen haben noch keine Pause.

Lutzens’ Wetterhistörchen – April 2021