Dieser letzte Monat des meteorologischen Winters 2020/21 machte mit einem ungewöhnlichen Wetterverlauf sowie binnen kürzester Zeit auch sensationellen Temperatursprüngen von sich reden. Dabei wurden wir „dank“ der Tiefs „Reinhard“ und vor allem „Tristan“, mit dem am 6./7. Februar ein seltener Polarwirbel-Split unsere Region erreichte, doch zumindest einmal wieder an den fast vergessenen strengen Gesellen erinnert. Er hielt bei stürmischem Wind mit Frost sowie gut 15 Zentimetern Schnee für zehn Tage (bis zum 15.) im Havelländischen Einzug.

Strenger Frost

So gingen dann nachts die Werte bei längerem Aufklaren unter Einfluss der Hochdruckgebiete „Gisela“ und „Helida“ ab 10. beziehungsweise 13.  auch in den strengen Frostbereich zurück. Während in Brandenburg-Nord dabei am 9., 10., 13., 14. und 15. auf der Thermometer-Skala zwischen -10,7 und - 11,9° erreicht wurden (über Schnee noch tiefer), fielen sie in Rogäsen und Wiesenburg unter minus 15 sowie 20 Grad. Zudem gab es hintereinander neun Eistage – ständig unter Null. Mit -7,6 Grad steht da der niedrigste Höchstwert für den 8. in den Annalen. Eitel Sonnenschein sorgte mehrmals für prächtige Winterstimmung, so bei Rodel, Ski, Schlittschuhlauf auf Eisflächen der Havelwiesen oder während des Spaziergangs.

Rekordverdächtige 19,3 Grad

Ein massiver Luftmassenwechsel, eingeleitet von Atlantiktiefs, machte alledem mit Beginn der zweiten Monatshälfte in Windeseile ein Ende. Ja, binnen von Stunden erlebten wir nun erneut extreme Temperaturgegensätze. Statt trockener Kälte erreichten uns fortan für diesen Wintermonat außergewöhnlich warme Luftmassen aus dem Mittelmeer- und afrikanischen Raum (inklusive Sahara-Staub!). An sieben Tagen sorgten sie dabei für Pluswerte im zweistelligen Bereich, davon vier Mal sogar über 15 Grad. Es gipfelte in rekordverdächtigen 19,3 sowie 18,7 Grad am 24./25. „Klärchen“, während der ersten Dekade lediglich fünf Stunden präsent (insgesamt fehlte sie an zehn Tagen), lief mit Hilfe von Hoch „Ilonka“ bereits zur Frühform auf.

100 Stunden Sonnenschein

Allein vom 18. bis zum 26. kamen weitere 65 Stunden hinzu, so dass letztlich die gut 100 Stunden ein deutliches Plus bedeuteten.
Dann aber stürzte ab 26. Februar die Temperatur um zehn, am letzten Monatstag sogar um 15 Grad ab. Trotz des Hochs „Jacqueline“ (1043 Hektopascal) blieb es zugleich nun neblig-trüb. Frei jedoch ist unser Blick auf die Niederschlagstätigkeit, übrigens siebenmal mit Schneefall. Die 49,6 beziehungsweise genau 50 Liter entsprechen in den Stationen Görden (Klaus Seewald) und Eigene Scholle (Gottfried Tübel) dem üblichen Mittel. Indes fiel der Februar trotz besagter Kälteperiode um 1,2 Grad zu mild aus („Soll“ +0,6 Grad); der nun beendete meteorologische Winter war gar 1,8 Grad zu warm.  

Lutzens’ Wetterrückblick – Februar 2021


www.brawo.de