Zum 1. April kündigte der 56-Jährige  – für viele Brandenburger  überraschend – jedoch nun an, sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen und in den Ruhestand zu gehen. Ein guter Zeitpunkt, wie er selbst findet, da das Dojo am 1. April 2000 offiziell übergeben wurde. Seither sind gut 24.000 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz vergangen. "Ich denke, das ist eine gute Zahl, bei der man auch mal sagen kann, ich bin ausgebrannt", resümiert Pflock, der seinen kompletten Rückzug nun jedoch erst einmal aufschieben will – zugunsten neuer Ideen. Etwa dem jüngst von ihm ins Leben gerufenen Gabenzaun vor dem Dojo in der Schillerstraße, der unter dem Titel "Nicht abhängen. Was dranhängen" Bedürftigen in der Corona-Krise helfen soll (BRAWO berichtete).  Bis in die Funk- und Fernsehlandschaft hat das Projekt schon jetzt Wellen geschlagen – wie so oft, wenn Pflock etwas anpackt.
Dreh- und Angelpunkt für sein Engagement war dabei stets das Dojo als  Raum für die Karatekunst des Karate-Team-Mittelmark. Hier kennt Pflock jeden Winkel. "Vorher war hier der Kindergarten Regenbogen, für den wir nach hunderten Besuchen in Berlin nach der Zusage von Fördermitteln und mit viel Eigenleistung alles nach unseren Vorstellungen umbauen konnten", erinnert sich Pflock.
Seitdem ist das Dojo für viele Brandenburger ein fester Anlaufpunkt geworden. Denn neben dem Training verschiedener Kampfsportarten wie Karate, Jiu Jitsu oder Taekwondo war Pflock immer auch daran gelegen, Kindern und Jugendlichen bei ihren persönlichen Sorgen und Nöten zur Seite zu stehen. Sei es bei Zensuren oder Situationen in der Schule oder Zuhause. Wichtig ist ihm deshalb, dass die Notrufnummern sitzen. Bestenfalls auch die Telefonnummern der Eltern, um im Fall der Fälle schnell handeln zu können.
An erster Stelle kommt jedoch die Wertevermittlung: "Ich wollte den Kindern immer auch Freundschaft und Respekt beibringen, wodurch das Dojo letztendlich zu einer Art ‚Heimat’ für Kinder, aber auch deren Familien geworden ist, in der zugehört wird und auch mal Bouletten gebraten werden. Denn für einige, war so etwas selbst zu kochen, vorher nicht denkbar", so Plock, des es mit seiner Art wie kein zweiter versteht, Strenge und Herzlichkeit zu vereinen.
Dass er mit seiner Art polarisiert, genau hierein aber der Schlüssel zum Erfolg liegt,  zeigt der Flur des Dojo: Hunderte Postkarten aus der ganzen Welt und Zeichnungen mit teils eigenwilliger Rechtschreibung hängen an den Wänden. Jeder seiner Schützlinge muss aus den Ferien eine Postkarte oder ein gemaltes Bild schicken. Wer sich nicht dran hält, muss 50 Extra-Liegestütze beim nächsten Training machen. "Dass ich weiß, dass sie noch leben", lacht Pflock, den die vielen Erinnerungen auch ein wenig stolz machen. Genauso wie die Auszeichnung mit dem "Goldenen Bollmann", denn "den hat auch Loriot". Da Pflock selbst Karate-Weltmeister ist, sind für ihn aber auch der Weltmeistertitel seiner Tochter Stella Pflock und seines engen Freundes Sebastian Kopke alias SATU einmalige Highlights der letzten zwanzig Jahre, auf die er gern zurückblickt.
Letzterer soll nun auch Pflockys Nachfolge antreten und der treibende Motor für das "Kinder sind unschlagbar"-Projekt werden – vorausgesetzt, die  Stadt stimmt zu. Mit der hat Pflock eigentlich noch bis 2025 einen Mietvertrag für das Dojo und will diesen im Interesse des Projektes auch bis dahin ausschöpfen.
Für die Zukunft wünscht sich Pflock vor allem, dass sich jeder einerseits mehr Zeit für sich selbst und die eigenen Interessen nimmt. Mindestens aber auch genauso viel Energie dafür aufwendet, zu schauen, wie den vielen Menschen auf der Welt, die täglich Ausbeutung und Leid und Not erfahren, mit kleinen Dingen geholfen werden kann. "Dann würden wir in fünf Jahren schon in einer anderen Welt leben", ist sich Peter Pflock ganz sicher.