Die neue Borkwalder Kita wird von den Borkwalderinnen und Borkwaldern und vom ganzen Amt Brück sehnsüchtig erwartet. Jetzt war Richtfest für den Kita-Neubau mit Gemeindesaal, Bürgermeisterbüro und Gemeindebibliothek.
Der Bürgermeister der Gemeinde, Egbert Eska, machte eingangs noch einmal die Dimension des Vorhabens deutlich.

Eingeschossiger Bau mit 1.095 Quadratmeter Fläche für 4,7 Millionen Euro

Das eingeschossige Bauwerk wird 1.095 Quadratmeter Fläche umfassen. Drei Viertel davon werden für die Kita sein, das letzte Viertel teilen sich ein Gemeindesaal, ein Büro für den Bürgermeister und die Gemeindebibliothek. Geplant waren ursprünglich 3,5 Millionen Euro Baukosten, jetzt werden es wohl 4,7 Millionen Euro. Für die reichlich 2.000 Einwohner starke Gemeinde ein großer Betrag, zumal nur wenige Fördergelder eingeworben werden konnten. Aus der Leader Förderung kommen 249.000 Euro, der Landkreis gab 211.000 Euro. Das Architekturbüro S S&P Sahlmann Planungsgesellschaft für Bauwesen mbH Potsdam aus Potsdam trägt die Gesamtverantwortung für den Bau.

66 Kita-Plätze ab September 2023 - modulare Erweiterung ist möglich

In die Kita werden ab September 2023 insgesamt 66 Kinder gehen können. Das reicht bereits absehbar nicht für den wachsenden Bedarf aus, wie Eska erklärte: „Wir werden sehr bald die Option zur modularen Erweiterung in Anspruch nehmen müssen.“ Sorgen bereitet den Verantwortlichen auch noch die Gewinnung der erforderlichen zehn pädagogischen Fachkräfte sowie der zwei wirtschaftlichen Kräfte.

Bau im Zentrum Borkwaldes als „Mittler zwischen Alt- und Neuborkwaldern“

Amtsdirektor Mathias Ryll freute sich jedoch erst einmal, dass jetzt eine konkrete Vorstellung sichtbar ist, was in Borkwalde entstehen wird. Im Gemeindessaal sollen künftig Konzerte, Ausstellungen und Gemeindefeste stattfinden. Er soll, ebenso wie der 450 Quadratmeter große Festplatz, ein Anlaufpunkt für Vereine sein. Ryll erwartet, dass der Bau im Zentrum Borkwaldes ein „Mittler zwischen Alt- und Neuborkwaldern sein wird“. Aber er mahnt seine Gemeinden mit Blick auf die Schwierigkeiten auch: „Lassen Sie es bei der Entwicklung künftig etwas ruhiger angehen.“

Das Gebäude der öffentlichen Hand entsteht mit „nahezu Lichtgeschwindigkeit“

Das greift auch sein Vorgänger und jetzige Landrat Potsdam-Mittelmarks Marko Köhler auf, der fand, „Borkwalde wächst nicht, sondern explodiert“. Auch wenn der Kita-Bau vielen zu langsam geht, meinte er, dass es für ein Gebäude der öffentlichen Hand mit „nahezu Lichtgeschwindigkeit“ passiere. Der anwesende Geschäftsführer der Borkwalder Firma Arche Naturhaus GmbH, Thomas Rintsch, befand dagegen, mit Holz wäre es nachhaltiger und vor allem schneller gegangen. Immerhin hat sein Unternehmen auch schon an einigen Kitas mitgebaut.

Zünftiges Richtfest mit Richtspruch, Glas zerdeppern, Nagel in den Dachstuhl schlagen

Am Ende überwog bei allen Anwesenden aber erst einmal die Freude, so weit gekommen zu sein. Das der Bau nicht nur für Borkwalde bedeutsam ist, zeigte die Anwesenheit zahlreicher weiterer Politiker. Gekommen waren nicht nur Borkwalder Gemeindevertreter und interessierte Einwohner, sondern neben Landrat und Amtsdirektor auch die Bürgermeister aus Borkheide und Linthe, Andreas Kreibich und Sigrid Klink, außerdem der Vorsitzende des Amtsausschusses und Golzower Bürgermeister, Ralf Werner.
Schließlich konnte Richtfest gefeiert werden. Zimmermann Rolf Wille von Hecker System-Holzbau sprach den Richtspruch, stieß mit Bürgermeister Eska auf den Bau an und warf traditionsgemäß sein Glas nach unten. Mit zwölf Schlägen setzte Eska schließlich den letzten Nagel in den Dachstuhl.