„Ich erinnere mich noch genau, wie mir Tristia zum ersten Mal begegnete. Es war eine Zeit noch ohne Computer und Handy. Ich war zehn, ging in die 5. Klasse, lebte mit meiner Mutter allein in einer mittelgroßen Stadt, und – ich war dick.“ Lebensnah beginnt die neue Geschichte von Katha Seyffert, die ihr so viel bedeutet. „Sie ist die erste meiner veröffentlichten Geschichten, die ich nicht nur aus Spaß geschrieben habe, sondern mit der Absicht, aufzuklären und ähnlich Betroffenen helfen zu können“, gesteht die 47-jährige Brandenburgerin, die Leiterin und Technikerin der BT-Puppenbühne ist und ihr Schreibtalent lange geheim gehalten hatte.

Offen gelegtes Schreibtalent

Als im Jahr 2014 der als „Undine“ bekannte „Wettbewerb für neue Märchen“ in seinem zehnten Jahr die Altersbeschränkung (sieben bis 25 Jahre) aufhob, bewarb sie sich mit fünf Werken. Bis dato hatten diese nur die Familie lesen können. Die Juroren waren begeistert, Katha Seyffert bekam für „Das Olf stinkt nicht mehr“ einen Hauptpreis und Mut, all ihre Geschichten als E-Books in die Welt zu senden. Geschichten wie „Flatusima die pupsende Elfe“, „Der eine Floh Flohrian“ und „Konrad, die Mütze des Weihnachtmannes“ – stets großartig von der Autorin selbst illustriert – ließen die Fangemeinde schnell wachsen.

Neuntes Buch mit sehr persönlichem Thema

Nunmehr hat Katha Seyffert mit „Tristia – meine kleine Traurigkeit“ ihr neuntes „Kind“ in Umlauf gebracht. „Dies ist meine persönlichste, ernsthafteste Geschichte, die mir sicher am meisten am Herzen bleiben wird, da wenigstens 80 Prozent davon autobiographisch ist,“ erzählt die Brandenburgerin, die sogar für die Illustrationen einen halbrealistisch, halb comichaften Stil gewählt hat. Das Schreiben sei ein emotionaler Kraftakt gewesen, „da ich mich ja in die früheren Situationen hinein begeben musste. Doch das Lob der Testleser hat mir gezeigt, dass es sich gelohnt hat.“

Die Geschichte des Buches

In „Tristia – meine kleine Traurigkeit“ werden die Leser in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Kindes, das sich als Außenseiter wahrnimmt, mitgenommen. Weil das Kind dick ist und von seinen Mitschülern gemobbt wird, wächst die Traurigkeit in ihm und wird zu ständigen Begleiterin, bald jede Freude unterdrückend. Im Buch liest sich das so: „Wie so oft saß ich nach dem Unterricht noch am Rand des Schulhofs auf meiner Lieblingsbank. Es war der erste warme Frühlingstag, einige Blumen blühten schon und die Bäume trugen zarte Blattspitzen.
Normalerweise genoss ich das erste Grün, die ersten Farben des Frühlings und das Zwitschern der Vögel. Aber heute konnte mich nicht einmal das Glitzern der Sonne auf den Wellen des vorbeifließenden Flüsschens erfreuen, welches ich durch den Zaun sehen konnte.  Eine seltsame Traurigkeit erfüllte mich. Seltsam, weil es zum Traurigsein eigentlich keinen Grund gab.“ Dennoch gesellt sich da etwas hinzu, das sich als nette Freundin anbietet und in beruhigendem Ton vorstellt: „Mein Name ist Tristia, ich bin deine kleine Traurigkeit.“

Eine Geschichte, die Mut macht

Warum Tristia an Macht gewinnt und welchen Mut es braucht, mit ihr zu brechen, erzählt Katha Seyffert sehr bildlich und berührend, vor allem aber mutig und Mut machend. Die Geschichte soll Kraft geben, es zumindest zu versuchen und niemals aufzugeben. Sie ist für Kinder ab neun Jahren gedacht und im Idealfall lesen sie Eltern und Kinder zusammen – am besten auch Schulklassen.
Katha Seyffert: „Meine Geschichten drehen sich eigentlich immer um Außenseiter, die sich selbst, ihre Stärken, ihr Selbstbewusstsein und ein Happyend finden. Manchmal beschreiben sie die Happy Ends, die ich mir in meinem Leben wünsche oder gewünscht hätte. ‚Tristia‘ ist die einzige Ich-Erzählung und lässt das Ende offen, weil ich ein ‚richtiges‘ Happy End nie gefunden habe – aber einen sehr guten Weg.“
Leseproben und E-Books sind auf Katha Seyfferts nagelneuer Geschichten-Homepage  https://katha-seyffert-geschichten.jimdosite.com zu finden und überall, wo es E-Books gibt.