Recht ungezwungen und deswegen so anziehend ist das alljährliche Oldtimertreffen in Damsdorf, dass die Oldtimerfreunde Damsdorf organisieren – in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Damsdorf. Die sorgt mit ihrem „Tag der offenen Tür“ für reichlich Speis und Trank, begeistert Kinder mit Hüpfburg und Zielspritze und wirbt zugleich fürs ehrenamtliche Retterdasein. Oldtimerfans finden indes vis-à-vis ihre Erfüllung, denn auf der Wiese nehmen im Laufe des Tages immer mehr motorisierte Schmuckstücke vieler vergangener Jahrzehnte Aufstellung. In Summe wohl 130, wobei die Zweiräder leicht überwiegen.

Hauptorganisator Manfred Koßmehl fährt täglich IFA F8 Kombi

Hauptorganisator Manfred Koßmehl freut sich über jedes Modell, pickt sich immer wieder eines heraus, um mit dem Eigentümer über Substanz und Restaurierung am Mikrofon zu fachsimpeln. Er selbst ist mit seinem IFA F8 Kombi, Baujahr 1955, auf dem Platz, „mit dem ich täglich unterwegs bin. Einkaufen, Freunde besuchen, ihn einfach zeigen. Autos sind da, um bewegt zu werden. Und Oldtimer bereiten dabei Passanten sogar noch Freude.“
Dass er ihn jeden Dezember auch als Weihnachtsmobil im Einsatz hat, verraten die dauerinstallierten Lichterketten. Manche Oldtimerfans verziehen das Gesicht, Manfred Koßmehl aber macht’s Spaß, wenn die Oldtimer leben dürfen und nicht im Schaukasten stehen.

Schwalbe aus Lehnin schafft 110 km/h

Und genau diesen Spaß vermittelt er jedem Gast, der zum Oldtimertreffen nach Damsdorf kommt – ob mit oder ohne altgedientem fahrbaren Untersatz. Doch immer wieder gerät sogar er als gestandener Oldtimerfreund ins Staunen, wie diesmal bei einer gelben Schwalbe, die aus Lehnin einfliegt. Als Manfred Koßmehl „Pilot“ Andy Kusserow nach dem Grund für sein Motorradkennzeichen am Moped fragt, erfährt er vom Supertuning. Unter der fein polierten Hülle stecken 110 ccm und 14,5 PS, womit die Schwalbe es bis auf 110 km/h bringt und per Scheibenbremse stoppt. Koßmehl fasst es verzückt mit „Wahnsinn!“ zusammen.