Seine Arbeiten sind politisch, stilistisch und genrebezogen. Er liebt den freien Fall ins Unbekannte und beherrscht das Zweidimensionale für die Wand, erfindet gänzlich neue Bewegtbilder für Kino, TV und Internet, interveniert auf Straßen, unter Plätzen, an jeder Mauer für offene, wie geschlossene Räume neuer und alter Welten, verschafft seinen Skulpturen Bewegung und bringt MitstreiterInnen und Publikum zum Tanzen. R
oloffs Konzept basiert auf der Investigation von Schichten, der Analyse von Oberfläche und Innenraum. Als "eine Einzelerscheinung in einer Kunstwelt, die sich nach Herden formiert", beschrieb ihn 1981 der Berliner Kritiker Heinz Ohff, denn Roloff passte sich keinem Markt und keiner Gruppierung an. Er verweigerte sich einer oberflächlichen Wiedererkennungsdiktion und signierte seine Arbeiten nicht – jedes Werk ist ein lebendiger Neuanfang. Er setzte sich mit Überlebenskämpfen auseinander, welche ihn bereits mit 16 Jahren hautnah prägten, als er der Enge der Frontstadt Westberlin entfloh. Nur knapp entkam er in Francos Spanien der faschistischen Polizei. Die existenziellen Erfahrungen als Migrant, in späteren Jahren in Mexiko und den USA, haben den Künstler geprägt und fließen in seine Arbeit ein.
Die Ausstellung zeigt, in welcher Form Stefan Roloff dieses Konzept über die Jahre in seinen beiden Heimaten, Berlin und New York, realisiert hat. Er hat seine visuellen Experimente nicht nur auf malerische, sondern auf architektonische, gesellschaftliche oder interdisziplinäre Phänomene ausgeweitet und sich dabei den Medien zugewandt, die seine jeweiligen Ideen optimal auszudrücken vermochten. In New York wurde er Wegbereiter in den Bereichen Video und digitaler Bildbearbeitung, nicht zuletzt durch seine Arbeit mit Musikern, wie Peter Gabriel, Suicide oder Andrew Cyrille.
Zu sehen ist Stefan Roloffs Ausstellung "Kunst ist entweder Plagiat oder Revolution" noch bis zum 26. Juli. Geöffnet ist die Kunsthalle Brennabor, Geschwister-Scholl-Straße. 10-13, mittwochs bis sonntags von 13-18 Uhr. Es wird darum gebeten die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und Mundschutz zu tragen.