Voll des Lobes war Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher als sie am Mittwoch die Medizinische Schule Brandenburg in der Vereinsstraße besuchte. Die Einrichtung sei ein Leuchtturm in der Region wenn es um die Ausbildung junger Menschen in Pflegeberufen gehe. 348 Auszubildende zählt die Medizinische Schule mit Stand zum 1. Oktober dieses Jahres. 97 davon gehören zum erst im April 2020 gestarteten Ausbildungsgang der generalistischen Pflegeausbildung.

Pflege in allen Altersstufen und Versorgungsbereichen

Bisher waren die Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege getrennt. Die Absolventen der neuen generalistischen Pflegeausbildung werden in der Lage sein, Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen zu pflegen. Der neue Abschluss mit der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau beziehungsweise -fachmann ist europaweit anerkannt.

Ministerin wirbt für Pflegeberuf

„Der Start der neuen Pflegeaus-bildung ist in Brandenburg trotz Corona gut gelungen. Der Pflegeberuf ist anspruchsvoll und vielseitig. Der Bedarf an Pflegefachkräften ist hoch. Eine Pflegeausbildung bietet eine spätere Job-Garantie. Der Pflege- und Gesundheitsbereich bietet jungen Menschen gute und sichere Berufsperspektiven“, so das Resümee der Gesundheitsministerin beim Vor-Ort-Besuch.

Schulleiterin stellt Platzprobleme dar

Den Besuch der Ministerin nutzte Bianca Düring, Leiterin der Medizinischen Schule auch, um über den Stand der Digitalisierung an ihrer Schule zu informieren und auf das größte Problem der Einrichtung aufmerksam zu machen: Platzmangel. so stehen den insgesamt 24 Lehrkräften in der Vereinsstraße nur acht Räume zur Verfügung. Deshalb mussten 2018 die angehenden Physiotherapeuten, derzeit sind es 64 Azubis, schon in ein Ausweichquartier in die Magdeburger Straße umziehen, wo zusätzlich noch einmal drei Räume zur Verfügung stehen. Allerdings gibt es dort nur einen Mietvertrag für fünf Jahre.

Neubau am Hauptbahnhof geplant

Deshalb plant das Städtische Klinikum als Träger der Medizinischen Schule Brandenburg bereits seit mehr als einem Jahr einen Neubau auf dem 2000 Quadratmeter großen, wilden Parkplatz neben dem Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof der in städtischem Besitz ist. Klinikum-Geschäftsführerin Gabriele Wolter ist sich sicher mit dem bahnhofsnahen Areal den idealen Platz für den Neubau gefunden zu haben. Hier hätten insgesamt 360 Azubis wieder an einem Standort Platz und könnten dank des ÖPNV direkt nebenan das gesamte Stadtgebiet gut erreichen. Die Bauzeit beziffert sie mit zweieinhalb Jahren, die Kosten belaufen sich auf insgesamt 12,5 Millionen Euro. Allein die Zusage des Landes Brandenburg fehlt noch, um das Projekt angehen zu können. Ursula Nonnemacher sicherte dahingehend ihre Unterstützung zu.

Nachnutzung des Bestandsgebäudes

Für das derzeitige Schulgebäude in der Vereinsstraße gibt es auch bereits neue Pläne. So kann sich Gabriele Wolter vorstellen, dass die benachbarte Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) das Haus nutzt oder dort eine Betriebskita einzieht. Dafür allerdings müsste eine Außenspielfläche geschaffen werden, was schwierig zu realisieren ist.