„Am Montagabend wurde in Brandenburg an der Havel ein Baby in einer Bungalowanlage gefunden. Bei -11 Grad eingewickelt in einer Decke“, meldete unser Blaulichtreporter Brandenburg.
Heiko Schmidt von der Pressestelle der Polizeidirektion West bestätigte, dass durch eine Anruferin die Polizei gegen 20 Uhr zu einem Haus nahe des Brandenburger Stadtteils Wilhelmsdorf gerufen worden sei, weil sie ein Baby gefunden habe, das nach erstem Anschein erst vor kurz zuvor auf die Welt gekommen sein kann. Derweilen die Polizisten das Umfeld absuchte, einen Fährtenhund zum Einsatz brachte und Spuren sicherten, ergaben erste Befragungen der Finderin den Verdacht, dass es sich bei der Frau selbst um die Kindsmutter handeln könnte. In den weiteren Befragungen gab sie schließlich an, dass Kind selbst entbunden zu haben.

Ermittlungen gegen die Mutter

Seitdem ermittelt die Polizei gegen die Mutter des neugeborenen Babys zum Verdacht des Vortäuschens einer Straftat gem. §145d StGB, da sie gegenüber der Polizei zunächst angab, ein fremdes, neugeborenes Baby im Freien gefunden zu haben und damit mehrere, in Frage kommende Straftatbestände vorgetäuscht haben könnte (z.B. Aussetzung gemäß §221 StGB). Zudem löste der Notruf umfangreiche polizeiliche und kriminalpolizeiliche Maßnahmen aus.

Heimliche Geburt unweit des Elternhauses

Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass die junge Frau das Kind am Montagabend in einem Bungalow – unweit des Wohnhauses ihrer eigenen Mutter – allein zur Welt gebracht hatte. Ihre Beweggründe fasst Polizeisprecher Heiko Schmidt zusammen: „Die Mitzwanzigerin wollte aus persönlichen Gründen die Geburt ihres Kindes nicht bekannt geben und täuschte vor, das Baby gerade im Freien gefunden zu haben.“ Allerdings soll sich das Neugeborene zu keiner Zeit ungeschützt im Freien befunden haben.

Mutter und Kind geht es gut

Der aktuelle Kenntnisstand der Polizei: „Nach den hier vorliegenden Informationen geht es der Mutter gut und das Baby ist wohlauf. Beide befinden sich in einem Krankenhaus. Wegen des Fehlens von Haftgründen sind derzeit keine freiheitsentziehenden Maßnahmen gegen die Beschuldigte angeordnet. Weitere Informationen können auf Grund der noch laufenden Ermittlungen derzeit nicht veröffentlicht werden. Das genaue Alter der Mutter sowie das Geschlecht des neugeborenen Kindes werden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht.“