Derweilen in der Stadtverwaltung mit Hilfe von Zeitzeugen die 65-jährige Geschichte der Freilichtbühne aufgearbeitet wird, sammelt BRAWO weiterhin Hinweise zu weitaus älteren Berg-Begebenheiten. Ausgehend von einem Originalfoto einer Tür, die sich laut Giesela Gartmann (Jahrgang 1936) auf dem  Freilichtbühnen-Gelände befunden hat. Ihr Lehrer hat davon vor über 80 Jahren erzählt – kein Geringerer als Stadthistoriker Friedrich Grasow (1881-1958). Und sie hat es im Aufsatz festgehalten.

Geschichten von Tunneln und Schätzen

Geschichten von Tunneln und Schätzen machen seit Jahrhunderten die Runde und um Brandenburgs Gipfel ranken sich Sagen vom Triglaff-Heiligtum.  Die Marienkirche hat es bis zu ihrem Abriss 1722/23 auf jeden Fall gegeben. Vielleicht auch den/die vielbesagten Tunnel? Jutta Meyer fügt dem Brandenburg-Puzzle einen Baustein hinzu. Die Ur-Götzerin ist Jahrgang 1926, hatte beruflich als Schreibkraft im benachbarten Groß Kreutz (Ausbau), bei der Gleisbaufirma Matern und Co, angefangen und nebenher die kaufmännische Schule in Werder besucht. Alsbald lernte sie in Brandenburg an der Havel das Schreibmaschine-Schreiben, fand Arbeit beim Konsum in der Wilhelmsdorfer Straße, bevor sie am 1. Oktober 1954 als Sachbearbeiterin im Büro der Adler-Brauerei Dirr & Co. landete und bis zum 31. März 1962 blieb.

Geheime Türen unter der Adler-Brauerei

60 Jahre später erinnern sie die BRAWO-Artikel zum Tunnel am Marienberg an „eine tolle Zeit. Ich habe mich in dem Team der Brauerei pudelwohl gefühlt.“ Und sie hat sich an einen Kellereingang erinnert, „gleich neben dem Sudhaus, das so halb am Berg stand. Eines Tages wollten wir mutig erkunden, was sich dahinter verbirgt, und so sind wir mit unserem Expedienten hinabgestiegen – eine ganz schmale Kellertreppe, die man fast nur seitlich runtergehen konnte. Und sie führte tief hinab zu einem Raum mit Gewölbedecke, in dem es sehr kalt war und unheimlich.“ Weiter erinnert sich die 85-Jährige: „Auf der einen Seite war ein gemauerter Eingang und gegenüber ebenso.

Tunnel im Marienberg

Man erzählte uns, dass einst ein Tunnel von der Marienkirche hierher geführt habe. Angeblich sollte es ja sogar einen geheimen Gang von der Marienkirche bis zum Dom gegeben haben – unter der Havel hindurch.“
Das Grundstück in der Bergstraße, auf dem ab 1850 die Brauerei und 2017 die Seniorenresidenz „Haus am Mariengrund“ entstanden war, könnte auf dem Weg gelegen haben.