Kämme, Löffel, Ausweise, dazu Stahlhelme, Patronengurte und Stacheldraht – archäologische Funde erzählen vom Leben in den nationalsozialistischen Zwangslagern. Zwischen 1933 und 1945 bildeten Lager, in denen Menschen inhaftiert oder zwangsweise untergebracht wurden, ein wichtiges Herrschaftsinstrument des NS-Regimes.  Dabei hatten Konzentrationslager, KZ-Außenlager, Lager für zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen sowie Kriegsgefangenenlager verschiedene Funktionen im System der Zwangslager. Seit den 1990er Jahren werden an ehemaligen Lagerstandorten in Berlin und Brandenburg archäologische Grabungen durchgeführt und Funde geborgen.

Persönlicher Besitz

Persönlicher Besitz wie Kämme, Löffel und Schuhe, aber auch Stacheldraht, Namensschilder und Reste einstiger Innenausstattung förderten die Archäologinnen und Archäologen zutage. All diese Funde geben eine Vorstellung vom Leben in den nationalsozialistischen Zwangslagern, in welchen Menschen von 1933 bis 1945 inhaftiert oder untergebracht waren. Viele von ihnen überlebten diesen Aufenthalt nicht. Die Ausstellung „Ausgeschlossen. Archäologie der NS-Zwangslager“ zeigt viele dieser Fundstücke zum ersten Mal. Über 300 Objekte in sieben Kapiteln geben einen Einblick in das komplexe System der Zwangslager, in ihre archäologische Überlieferung sowie die Arbeit der zeithistorischen Archäologie.

Die Ausstellung – ein Gemeinschaftswerk

Die Ausstellung wurde vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) in Kooperation mit dem Landesdenkmalamt Berlin, der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Universität Wien erarbeitet. Da eine öffentliche Vernissage zurzeit nicht möglich ist, gibt es den Eröffnungsvortrag ab dem planmäßigen Eröffnungstermin der Ausstellung am 8. Mai online auf dem Youtube-Kanal des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg: https://www.youtube.com/channel/UCSY7eFaQFGjhlLHxgtYg16A

Eröffnungsvortrag ist online

Zu Wort kommen Dr. Juliane Haubold-Stolle (Kuratorin Stiftung Berliner Mauer), Lena Sommerfeld (wissenschaftliche Volontärin Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit) und Dr. Thomas Kersting M.A. (Dezernatsleiter Archäologische Denkmalpflege, BLDAM). Sie sprechen über die Entstehung dieser Sonderausstellung, über den Alltag in nationalsozialistischen Zwangslagern und die archäologische Arbeit an solchen Stätten.

Zeit für Besuche?

Wann die Ausstellung besucht werden kann, hängt vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. Mehr erfahren potentielle Besucher hier.
Zeit für einen Besuch der Sonderausstellung im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg, Neustädtische Heidestraße 28, bleibt bis zum 03. Oktober 2021.