Ein Jahr ist es am Nikolaustag, 6. Dezember, her, dass die Brücke „20. Jahrestag“ vom einen auf den anderen Moment komplett gesperrt wurde. Seitdem wurden im Hintergrund zahlreiche Pläne geschmiedet, wie es mit der „Schrottbrücke“ weitergehen soll. 
Edgar Gaffry, Vorsitzender des Landesbetrieb-Straßenwesen (LS),  Oberbürgermeister Steffen Scheller und LS-Planungsdezernent Frank Schmidt informierten nun über die detaillierten Vorhaben zu Abriss und Neubau des Werkes.

Zustand der Brücke „20. Jahrestag“ verschlechtert sich

„Ein Teil der Asphaltdecke ist bereits abgetragen, in dieser Woche hat der Einbau der Notstützen begonnen. Sie tragen zur Sicherung des gesamten Bauwerks bei“, erläuterte Gaffry. Dass diese zusätzliche Stabilität nötig ist, zeigen die durch Tachimeter und ringsherum errichtete akustische Systeme dokumentierten Messergebnisse. Sie belegen: der Zustand der Brücke verschlechtert sich zusehend, die Spannglieder im Innern sind gerissen.
Akute Gefahr bestehe jedoch nicht, die Vorbereitungen für den Abriss im Mai 2021 können wie geplant stattfinden. Auch der Einbau der Notstützen für  600.000 Euro sei von vornherein geplant gewesen, bestätigte Frank Schmidt.

Asbestbeseitigung vor dem Abriss

„Wir sind seit ein paar Wochen dabei, den Asphalt auf den Fahrbahnen abzufräsen. Aktuell pausieren die Arbeiten in diesem Bereich jedoch, weil aktuell  Asbestteile aus den Hohlkästen entfernt werden müssen. Sie wurden beim Bau der Brücke als Schalungsplatten für die Zementleitungen im Inneren zurückgelassen“, erläutert der Planungsdezernent weiter.
Außerdem habe man in der Bauwerksuntersicht über der Bahnstrecke Asbestplatten als Rauchschutzplatten entdeckt. Vor dem Abriss der Brücke muss das Asbest nun abgetragen werden, um zu verhindern dass schädliche Staube und Fasern sich in verbreiten. Abgeschlossen sein sollen die Arbeiten in Höhe von 425.000 Euro bis 18. Dezember.

Verlegung der Spittastraße für Neubau der Brücke

Ebenfalls im Dezember ist die Verlegung der Spittastraße um 200 Meter nach Norden vorgesehen, um den Neubau der Brücke realisieren zu können. Freigeben sein soll der neue Straßenteil dann Februar 2021 im August 2021 ist die Fertigstellung geplant.
Die Brücke selbst wird dann im Mai abgerissen, per Sprengung. Mehrere kleine Explosionen in den Stützen sollen das Bauwerk Stück für Stück absenken. Baustart für die neue Brücke: Oktober 2022. Nach guten drei Jahren Bauzeit und sechs Jahren Wartezeit sollen die Stadtteile Quenz und Altstadt dann ab November 2025 auch für den motorisierten Verkehr wieder verbunden sind.