Jahrelang von der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten vernachlässigt“, führt das Stadtmuseum in der Ritterstraße samt seiner Sammlung „ein Schattendasein im kulturellen, stadthistorischen Bewusstsein der Menschen und Besucher der Stadt“, beklagt der Freundeskreis Stadtmuseum e.V.. Und weiter: „Ein mehrjähriges Desinteresse und ein unzureichendes Engagement der politisch Verantwortlichen dieser Stadt münden jetzt in eine Situation, in der eine fundamentale Entscheidung getroffen werden muss.“
Entweder man  bewege sich künftig auf der Ebene einer „Heimatstube oder aber die Stadt stellt sich der kultur- und geschichtspolitischen Verantwortung eines Stadtmuseums und macht Nägel mit Köpfen.“

Freundeskreis verlagert sein Aufgabenfeld

Höchste Zeit für eine Tausendjährige Stadt, die Chur- und Hauptstadt war und die Wiege der Mark Brandenburg ist.
Eigentlich hatte sich der Freundeskreis Stadtmuseum e.V. vor sechs Jahren gegründet, um als Förderverein Projekte des Stadtmuseums zu unterstützen. Doch scheint substantiellere Hilfe nötig, weshalb auf der jüngsten Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen wurde, sich „in die öffentliche Diskussion zur Standortfrage und notwendigen Erweiterungen einzubringen.“

Vorschläge für eine Neuausrichtung von Museum und Depot

„Unsere konkreten Vorschläge hierzu sind:
1. Der Neubau eines zentralen Depots für das Stadtmuseum ist unter Berücksichtigung des vorliegenden Gutachtens des Fraunhofer Instituts zügig auf den Weg zu bringen und umzusetzen. Die Finanzierung des Neubaus darf unter keinen Umständen zu Lasten der Finanzierung des laufenden Kulturetats der Stadt Brandenburg an der Havel gehen. Vielmehr sollte ein Modell vereinbart werden, das die Immobilie langfristig in das Vermögen der Stadt überführt. Ebenso sollte eine finanzielle Unterstützung durch das Land eingefordert werden.
2. Das Frey-Haus und ergänzend das Gotische Haus und der Steintorturm sollen als Standorte für das Stadtmuseum der Stadt Brandenburg an der Havel etabliert werden. Das Frey-Haus ist zu diesem Zweck komplett zu sanieren und nach kurzfristig zu erarbeitenden Plänen von Museumsexperten und Architekten umzubauen und zu erweitern. Die Kombination des Denkmalschutzes und der Umbau zu einem modernen Museumsstandort stellt dabei eine große Herausforderung dar, beide dürfen sich aber nicht gegenseitig behindern. Hierbei ist auf ein hohes Maß an Kompromissfähigkeit zu Gunsten einer modernen Museumsarbeit zu achten.
3. Die Büros der Mitarbeiter*innen des Museums sollten aus dem Frey-Haus in das Gotische Haus verlegt werden, um die öffentlichen Flächen im Frey-Haus zu vergrößern. Ebenso soll das Gotische Haus für Veranstaltungen des Stadtmuseums intensiver genutzt werden.“ Die Diskussion ist erneut entfacht und hoffentlich bald Greifbares auf den Weg gebracht.

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