Um Studierende und Mitarbeiter in den Laboren vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen, produziert die Offene Werkstatt der Technischen Hochschule Brandenburg weitere Gesichtsschilde, die bereits vor einigen Wochen auch an das Klinikum geliefert wurden.   In den letzten Wochen wurde der gesamte Lehrbetrieb der Hochschule innerhalb weniger Tage im März digitalisiert und in eine funktionierende Online-Lehre transformiert. "Einige Laborveranstaltungen im Fachbereich Technik können jedoch nicht virtuell durchgeführt werden. Labore für Werkstoffprüfung oder Fertigungstechnik basieren auf der Haptik und dem ‚Begreifen’ der Werkstoffe. Das Gefühl von einem Stück Metall in der Hand ist über eine Webcam nicht erfahrbar. Für künftige Ingenieurinnen und Ingenieure ist dieses praktische Wissen jedoch unerlässlich," erklärt der Dekan des Fachbereichs Technik, Prof. Thomas Götze.
Um den hohen Sicherheitsstandards für den Infektionsschutz gerecht zu werden, bedarf es einiger Ausrüstung. Die Offene Werkstatt der THB stellt beispielsweise Gesichtsschilde her. Diese finden nun als Teil des umfangreichen Sicherheitskonzepts ihren Einsatz in den Laboren der Hochschule. Die Schilde bestehen aus einem Träger, einem Gummi und einer A4 Klarsichtscheibe, die im Notfall auch in einem Schreibwarenhandel gekauft werden kann. Entwickelt wurde es nach einer Idee aus Tschechien. Im Sinne des Open Source Gedanken wurde das Gesichtsschild-Muster mit einer weltweiten Gemeinschaft geteilt von sogenannten Makern angepasst. Bereits seit mehreren Wochen werden diese Schilde in der Werkstatt hergestellt und in Brandenburg an der Havel verteilt.    "Besonders in den ersten Wochen der Coronakrise war die Beschaffung von Schutzausrüstung eine echte Herausforderung. Mit der Beauftragung von Institutionen und Unternehmen vor Ort können wir jederzeit kurzfristig auf den steigenden Bedarf reagieren und können sicher sein, dass Verfügbarkeit, Preis und vor allem Qualität stimmen." so Karsten Juchert vom Städtischen Klinikum Brandenburg an der Havel. Er konnte bereits Ostern 500 Gesichtsschilde aus der Offenen Werkstatt in Empfang nehmen.  Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen, sowie Personen, die immer noch ohne nötige Schutzausrüstungen in kontaktreichen Bereichen arbeiten, sind aufgerufen, sich kurzfristig unter offenewerkstatt@thbrandenburg.de melden.