Tratsch ist im Theater keine Seltenheit. Im Brandenburger Theater sollte er im Vorjahr sogar auf die Bühne kommen, als Jens Exlers berühmter Schwank „Tratsch im Treppenhaus“ 60. Geburtstag feierte. Am Ohnsorg-Theater war er ein Dauerbrenner und auch im Fernsehen gern gezeigt. Die Bürgerbühne unter Leitung von Urban Luig wollte sich ab März 2020 das Stück vornehmen, um es im Herbst uraufzuführen. Doch die Corona-Pandemie entfaltete sich. Das Ensemble ließ sich nicht unterkriegen, nutzte für Absprachen und Proben digitale Wege und hoffte weiterhin auf den Herbst. Dann auf den Winter. Und schließlich wenigstens auf eine szenische Lesung des Stücks im Mai 2021.

Proben im Wonnemonat Mai

Doch im Wonnemonat wird noch immer „nur“ geprobt. Publikum darf nicht ins Haus. „Die Premiere ist inzwischen das dritte Mal verschoben. Unsere Lust auf das Stück und unsere Spielfreude aber sind ungebrochen“, spricht Urban Luig für das Ensemble, das jede Lockerung im Corona-Geschehen für Fortschritte nutzt. So ist die Freude groß, dass seit dieser Woche das Bühnenbild auf der Studiobühne steht und ein Kamera-Workshop möglich war, denn es wird eine digitale Werkschau erarbeitet, mit der sich die Bürgerbühne ab 28. Mai auf dem BT-Youtube-Kanal präsentieren will.

20-minütige Werkschau

„Bei den Digitalproben ist so viel Schönes entstanden, das wir zeigen wollen. Außerdem kommen in dem etwa 20-minütigen Beitrag die Schauspieler zu Wort. Für sie ist die Werkschau eine Belohnung für ihre Geduld und zugleich eine kleine Zwischenpremiere – ein Zwischenergebnis unserer Arbeit, das Vorfreude beim Publikum auf die acht geplanten Vorstellungen auslösen soll. Wenn alles klappt, feiert das Stück am 30. Oktober Premiere. 2021!“, fasst Luig zusammen. Sodann wäre ein zweistündiger Theaterabend (mit Pause) zu erleben. Der für Brandenburg etwas modernisierte „Tratsch im Treppenhaus“ ist länger als das Original.

14 statt 7 Schauspieler

Statt sieben Schauspielern stehen 14 auf der Bühne. „Bei uns machen immer alle mit, die aktiv dabei sein wollen. Also haben wir Rollen hinzuerfunden. Wir haben diskutiert und improvisiert und der Handlung Brandenburger Lokalkolorit verpasst. Beispielsweise haben wir die beiden Autohändler gegen zwei Optiker – Hirsch und Röger – ausgetauscht. Es gibt auch Burleskes und Sauferei – ein Schwank eben. Eine typische Tür-zu-Tür-auf-Komödie mit hohem Tempo“, erzählt Urban Luig. Mögen Eifer und Vorfreude bald belohnt werden.