„Brandenburg hat so viel an Geschichte zu bieten. Der Slogan: `Das ganze Land in einer Stadt`, der stimmt!“. Frank Brekow ist wohl der Gästeführer in Brandenburg an der Havel schlechthin. Seit nunmehr 30 ist er hier unterwegs, um Touristen, aber auch Einheimischen zu zeigen, was die Gegend zu bieten hat. Langweilig wird es ihm dabei nie, denn „die Stadt bietet viel Abwechslung für die Besucher und für mich“, sagt er.

Nicht nur die jahrtausendalte Geschichte

Nicht nur die jahrtausendalte Geschichte mit ihren markanten Baudenkmälern in den historischen Stadtkernen, sondern auch die jüngere, bedeutende Industriegeschichte und die technischen Errungenschaften beeindrucken die Touristen, weiß Frank Brekow zu berichten. Er selbst ist großer Fan der Luftfahrt und Militärhistorie, hat sich gerade auf seinen ersten Schritten damit beschäftigt.

Gästeführer seit 1982

Gästeführer ist er bereits seit 1982. Da fing er während des Germanistik- und Geschichts-Studiums in Güstrow damit an. Nach neun Jahren zog es ihn, als Brandenburger „Ureinwohner“, wie er selbst sagt, zurück in die Heimat.
Seit 15 Jahren schon bildet er für die Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft (STG) selbst Gästeführer aus, bringt ihnen bei, was sie wissen müssen, um Besucher zu begeistern.
Was es braucht, um gut in dem Job zu sein, kann Frank Brekow wie aus der Pistole geschossen aufzählen. Interesse für Geschichte und Architektur müssen sein – und Lernbereitschaft. „Immer das Gleiche machen, wird auf Dauer langweilig“, erzählt er. Hinzu kommen Freundlichkeit und kommunikatives Talent. „Es ist eine Mischung aus ein bisschen Bildung und ein bisschen Show“, beschreibt Frank Brekow die Touren.

Ein bisschen Bildung, ein bisschen Show

Gerade, wenn es Einheimische zu begeistern gilt, braucht es von letzterem eine ganze Menge. Deswegen suchen die sich, so weiß der Gästeführer, häufig Stadtrundgänge aus, bei denen in die Atmosphäre eingetaucht werden kann – so wie etwa der Nachtwächter- oder der Mönchsrundgang oder die Tour mit dem Marktweib Christine. „Weil sie solche Rundgänge als Erlebnis sehen“, sagt Frank Brekow.

Die Stadt ist für alle ein Erlebnis

Ein Erlebnis ist die Stadt aber auch für die Touristen, die hier immer wieder „Ah“- und „Oh“-Momente haben. „Der Klassiker ist, dass eine Gruppe an der Katharinenkirche steht und denkt, das ist der Dom“, weiß Brekow über das imposante Bauwerk zu berichten. Oder: „Es gibt kleinere Sachen, wo sie staunen. Etwa, dass Brandenburg Chur- und Hauptstadt ist“. Und dann sind da natürlich noch die Waldmöpse. Da gebe es einige „verrückte Besucher, die alle sehen und fotografieren wollen“, erzählt Frank Brekow.

Vorliebe für Führungen zu Spezialthemen

Er selbst liebt es, lange Führungen zu Spezialthemen auszuarbeiten. Denn häufig buchen Gruppen solche. Darunter sind zwar durchschnittlich eher ältere Besucher, doch auch immer mehr jüngere Menschen entdeckten die Stadterkundung für sich. „Oftmals Potsdamer oder Berliner, die hier Teamtage machen oder Fortbildungen“, berichtet der Gästeführer.
Warum es ihm nach drei Jahrzehnten nicht langweilig wird, Menschen seine Heimatstadt zu zeigen? „Es ist immer noch spannend, weil man auf viele Besucherfragen nicht kommen würde. Und weil im Gegenzug die Besucher Informationen – oft Bezüge zu ihrer Heimat – mitbringen“, so Frank Brekow.