„Im Zuge des Abrisses und des Neubaus der Brücke am Altstädtischen Bahnhof (20.Jahrestag) in Brandenburg an der Havel wird die Spittastraße von Montag (08.03.2021) bis Freitag (19.03.2021) gesperrt“, hatte der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg zum Märzbeginn vorhergesagt.

„Bis voraussichtlich 19.03.2021“

Inzwischen offenbart sich vor Ort auch Laien: Der Zeitplan ist nicht zu schaffen. Drei Tage vor der erhofften Fertigstellung erinnert das Baufeld an einen umgepflügten Garten nebst Fuhrpark. Während aus Blickrichtung Fontanestraße noch Hoffnung angebracht ist, zeigt die Westseite den Baurückstand. Unzählige Bauleute- und fahrzeuge beackern das Revier – und werden es voraussichtlich noch einige Tage tun.
„Voraussichtlich“ ist das Zauberwort, dass die Stadt bei ihren Baustellen-Ankündigungen gern gebraucht und am 26. Februar kundtat, dass „die Spittastraße in der Zeit … bis voraussichtlich 19.03.2021 voll gesperrt werden“ muss. Ihr propagierte Umleitung „über Quenzweg, Gördenallee, August-Bebel-Straße, Fontanestraße, Zanderstraße und umgekehrt“ wird länger Bestand haben – nämlich bis das 1,2 Mio. Euro teure, 230 Meter lange und 6,50 Meter sowie beidseits mit zwei Meter breiten Gehwegen versehene neue Teilstück der Spittastraße tatsächlich fertiggestellt ist. Vielleicht schon in der 12. Kalenderwoche, auf jeden Fall noch im März, wird vor Ort gemutmaßt. Anonym.

BRAWAG lehnt den Schwarzen Peter ab

Einen Schuldigen an der Verzögerung auszumachen, hat laut BRAWAG der Landbetrieb Straßenwesen versucht, der „auf eine nicht vorher bekannte, im Baufeld befindliche Druckwasserleitung der BRAWAG als Grund einer Bauverzögerung verwiesen“ habe. „Allerdings waren die Leitungen ordnungsgemäß in den Bestandsplänen der BRAWAG verzeichnet, die der Landesbetrieb für Straßenwesen bereits im Juni 2020 erhalten hatte. Auch die bauausführende Firma erhielt die Leitungspläne am 4. Januar im Zuge ihres Antrages auf eine Schachtgenehmigung“, heißt es seitens der BRAWAG. Deren Geschäftsführer Gunter Haase ergänzt: „Der Landesstraßenbetrieb hatte einen auf den 28. Januar 2021 datierten Vorabzug am 8. Februar an uns geschickt, mit der Bitte, diesen auf Richtigkeit zu prüfen. Auch darin waren die Leitungen enthalten.“

Leitungsverlegung erfolgte prompt

Lange Geschichte, kurzes Ende: Die Umverlegung der Leitung erfolgte prompt am 16. März 2021. Vormittags. Haase: „Welche Auswirkungen diese Eintagesbaustelle auf den gesamten Bauablauf hat, kann durch uns nicht eingeschätzt werden."
Es liegt die Vermutung nah, dass der Bauzeitplan für die gesamte Baumaßnahme etwas ehrgeizig bemessen war, schließlich entsteht hier keine temporäre Umleitungsstrecke, sondern ein hoffentlich Jahrzehnte beständiger Straßenabschnitt. Ein tiefgreifendes und weiträumiges Projekt, inklusive Neubau von Entwässerungs- und Versorgungsleitungen, der Straßenbeleuchtung und der Ampelanlagen sowie der Zufahrt zur benachbarten Autowerkstatt.

Brückenabriss bringt nächste Vollsperrung

Nötig indes machte die Umverlegung der Straße der unaufschiebbare Abriss der „Brücke 20. Jahrestag“ samt dazugehöriger Rampe. Das explosive Projekt steht in Kürze (Mai/Juni) bevor und mit ihm die nächste Vollsperrung – diesmal der gesamten Umgehungsstraße.