Da lagen Freud und Leid, Jubel und Enttäuschung oft sehr eng beieinander. Es gab gute Freunde, aber auch diesen und jenen Neider sowie unzuverlässige Menschen. Der zurückhaltende, ruhige und bescheidene Brandenburger wurde oftmals belächelt, verkannt, ja, ausgelacht. Man belog ihn, enttäuschte ihn, hielt ihn hin.  Aber selbst größte Rückschläge, Misserfolge, Hürden oder Hemmnisse ließen den jederzeit wissbegierigen Kaiser-Reka jun. selten einmal kurzzeitig resignieren oder auch an sich zweifeln. Immer wieder gewannen Optimismus, Beharrlichkeit sowie insbesondere seine Liebe und Leidenschaft zu den Musikinstrumenten, von denen über Jahrzehnte eine große Anzahl in den komischsten Varianten bei den Darbietungen erklingen sollten, die Oberhand. Ganz zu schweigen von einer Sammlerleidenschaft, die wohl ihresgleichen sucht.
Dabei fühlte sich Berol  in allererster Linie stets seinem Vater verpflichtet. Jedoch strebte der Junior (lange Zeit in der Familie nur "Bubi" genannt)  keinesfalls danach, mit den Darbietungen als Musikartist seinen "alten Herren" einfach etwa zu kopieren bzw. nachzuahmen. Vielmehr wollte der von frühester Kindheit an so wissbegierige, experimentierfreudige und überaus musikbegabte junge Mann  vor allem sein auf eigenen Ideen basierendes Können unter Beweis stellen. Bis zum heutigen Tag kamen ihm dabei gleichermaßen die wohl in die Wiege gelegten handwerklichen Fähigkeiten zugute. Diese Mischung erwies sich als beste Grundlage, um erfolgreich in die Fußstapfen seines Herrn Papa zu treten und dessen Andenken lebendig zu halten. Das war ihm immer vorrangige Verpflichtung.
Lassen wir kurz einige Stationen des unermüdlichen Wirkens von Kaiser jun. Revue passieren. Der mittlerweile jetzt Neunzigjährige (!) startete am 15. Februar 1930 in ein Leben, das ihm bereits zu frühester Kindheit erste Eindrücke von den "Brettern, die die Welt bedeuten" mit auf den Weg gab (inklusive Kinobühne). Die ganze Facette eines Künstlerdaseins konnte Berol (seine Eltern Paul und Greti hatten für ihn Gefallen am Vornamen des damaligen Präsidenten der Internationalen Artistenloge gefunden) da annähernd schon erahnen. Sein Papa übrigens wollte ihn jedoch nie zum Artistenberuf animieren. Aber der Spross, für den im April 1936 die Schulzeit begann - in der Folge wiederholt auch Unterricht in anderen Städten -, zeigte sich frühzeitig interessiert an Gags und komischen Vorführungen. Ein Jahr später übrigens nahm da die erste Sammlung von Paul Kaiser-Reka, bestehend aus 316 Instrumenten, den Weg nach Bonn/ Köln.
Da gehörte Musikunterricht bereits zum Alltag für Berol. Der Violine folgten dabei die Geige und das Klavier. Hinter dem Rücken seines Papas widmete er sich mit Vorliebe in dessen Werkstatt den "komischen" Instrumenten, gab zudem das Taschengeld gern für Zauberbücher aus. Schließlich ging es nach dem letzten Schuljahr gen Staßfurt, um Musiker zu werden, obwohl die berufliche Neigung weitaus mehr zum Bühnen-Beleuchter tendierte. Als "Stadtpfeife" begann dort im Kriegsjahr 1944 die vielseitige Ausbildung an acht eigenen Instrumenten. Bald wurden innerhalb einer Kapelle erste Unterhaltungskonzerte gegeben. Längst bestimmte der Hunger auch den Alltag der Jugendlichen, schließlich wurde die Bildungsstätte bedingtermaßen geschlossen. Berol Kaiser-Reka, der u.a. vor den Lehrlingen als "Musikus Quietsch" aufgetreten war, bewies dann auch im Staßfurter Rundfunkwerk seine Vielseitigkeit, groß war das Interesse an der Elektro-Akustik. Schließlich ging es in beschwerlicher Fahrt mit dem Rad innerhalb von 3 Tagen nach Hause. "Nie wieder nach Staßfurt!"
Eingangs erwähntes Mitwirken in der Brandenburger Stadtkapelle unmittelbar nach Kriegsende sowie unter anderem ein Auftritt mit Xylophon und Klarinette in Altbensdorf (bei Plaue) folgten. Die Zweifel jedoch blieben. So nahm das Berufsleben für unerwartet viele Jahre dann zunächst einen völlig anderen Verlauf, das Musikalisch und Artistische wurde vom Filmwesen (als geprüfter Vorführer ab 1954 u.a. im hiesigen Konzerthaus und Metropol) vorerst völlig in den Hintergrund gedrängt. Doch der alten Liebe konnte Kaiser-Reka jun. nicht widerstehen, er widmete seine Freizeit zunehmend wieder den historischen Instrumenten. Aber zunächst folgten Tätigkeiten als Filminstrukteur, ehe er dann auf verschiedenen Bühnen (z. B. in Erfurt) mit Darbietungen wie "Musikinstrumente vom Altertum bis zum Jazz" oder auch mit der "Jazzband" auftrat. Vater Reka, um die Existenz seines Sohnes besorgt, unterstützte ihn mit den dazu benötigten Instrumenten. Das recht unstete Leben setzte sich fort. So zunächst wieder bei verschiedenen spezifischen Tätigkeiten im Filmwesen (bis 1963 - in jenem Jahr verstarb Paul Kaiser-Reka) ), ehe eine mehrjährige Anstellung in einem Musikwarengeschäft (Steinstraße) folgte.
Und was konnte da günstiger sein, um seiner Leidenschaft neue Impulse zu verleihen und sich dem Sammeln von kulturhistorischen Instrumenten zu widmen?!. Eine weitere Etappe wurde am Ostersonntag 1968 eingeleitet, als der so engagierte Sohn des geschätzten Musikartisten in der Passage unter dem altehrwürdigen Brandenburger Steintorturm eine mühevoll zusammengetragene Ausstellung eröffnete.  Improvisationstalent, tüchtige Helfer sowie die seinerzeit unverzichtbaren Beziehungen ermöglichten es fortan,  die so seltenen Musikinstrumente zu besichtigen und sich 30 davon innerhalb einer Stunde auch vorführen zu lassen. Und das für 80 Pfennige je Besucher; lediglich 40 bzw. 20 Pfennige hatten Rentner und Schüler zu entrichten. Doch welche Enttäuschung erlebte der so engagierte Kaiser-Reka jun. in seiner (amusischen) Heimatstadt, die es übrigens an jeglicher Hilfe missen ließ. Nach nur eineinhalb Jahren - bis dahin kamen lediglich 400 (!) Interessierte -, gab er nun desillusioniert auf. Ergo: er kehrte Brandenburg den Rücken, um dann schließlich in Potsdam-Sanssouci, genauer gesagt, in den Roten Kammern des Neuen Palais ab Mai 1970  den "Zenit seines Wirkens" zu erreichen.
Dort galt fortan für Berol Kaiser-Reka ein enormes Pensum.  Das bedeutet u. a. täglich bis zu 16 (!) Vorführungen von 30 seiner insgesamt 230 ausgestellten historischen Instrumenten. Viel Lob aus nah und fern waren ihm sicher. Überdies wusste die DEFA den Künstler als Fachberater sowie mehrmals zudem als Mitwirkenden bei Märchenfilmen wie "Dornröschen" und "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" mit dafür geeigneten Klangkörpern aus seinem Bestand zu schätzen...
In der Hoffnung, endlich eine eigene "Dauer-Heimstatt" zu finden, ging es schließlich dann nach Frankfurt (Oder). Den Vertrag unterzeichnet, begann im Januar 1975 eine neue Schaffensetappe. Mehr denn je konnten die Gäste bei den Vorträgen des Brandenburgers nun wohl dessen große Liebe zur Musik und seinen Enthusiasmus verspüren. Seitens der Stadt gab es vielerlei Zusagen, auch bezüglich der Reka-Sammlung. Der gutgläubige Berol, der mittlerweile eine Auftrittsgenehmigung als Volkskünstler erhalten hatte, erwarb weitere Instrumente, entwickelte neue Programme wie "Kleingärtner Wurzelzart" und "Rhythmusstörungen",  oder konzipierte sie nun anders, wie die Leierkasten-Nummer. Doch Sorgen und Enttäuschungen blieben nicht aus. Ein von ihm für die Oderstadt gebautes Röhren-Glockenspiel musste kurzerhand wieder abgehängt werden. Weitere  Querelen, so bezüglich des erhofften Musikkabinetts - sollten  folgten. Unfassbar schließlich - da legte die Kommune ihm, der inzwischen die ersehnte Zulassung als Musik-Artist in Händen hielt, sogar den Schritt in den Ruhestand nahe (Herbst 1994). Den Entschluss dazu traf er schließlich im Februar des folgenden  Jahres zu seinem 65. Geburtstag. Eine Abschiedsvorstellung folgte in Frankfurt.
Unterdessen erinnerte man sich im Museum unserer Heimatstadt des großen Sohnes Paul Kaiser-Reka. Eine Sonderausstellung, inklusive musikalischer Darbietungen des "Juniors", waren das Ergebnis. Diesen indes zog es mit Macht zurück in den Geburtsort, wenngleich er mit seiner Hannelore dann ab Herbst 1995 in Tieckow bei Fohrde eine neue, schöne Heimat fand. Ungeachtet dessen wurden in der Brandenburger Kurstraße vom nimmermüden Musikartisten ein "lebenswichtiges" Lager sowie geeignete Räume für die so geliebten kuriosen Instrumente samt Requisiten hergerichtet. Statt Gelassenheit und Ruhe "bevorzugte" es Berol, bei ihrem Anblick bald wieder zu grübeln, zu werkeln und zu experimentieren. Ideen wurden umgesetzt, musikalisch-historische Tricks erfolgreich zum Abschluss gebracht.
Besonders erfreute ihn schließlich, dass nach einem diesbezüglichen Vorschlag seinerseits in Erinnerung an den so prominenten Vater die freie Fläche an der Ecke Jacob-/Große Gartenstraße den Namen "Paul Kaiser-Reka-Platz" erhielt. Welch ein glücklicher Tag, jener 22. Juni ’99, als dort zur Einweihung dann die Skulptur "Reka spielt auf dem Geigenkasten" (Modell von Designerin Heike Burgemann)  enthüllt wurde. Gewissermaßen daraus schlussfolgernd  machte Berol, der zur Jahrtausendwende endgültig seine "Tingeleien" aufgegeben hatte, mit einem kleinen Archiv dem so Geehrten noch höchstpersönlich eine zusätzliche Referenz. Und nochmals konnten sich nun von 2002 bis 2005 zahlreiche Interessierte von der Kreativität und Vielseitigkeit der Kaiser-Familie ein Bild machen. Instrumente, Requisiten sowie Tricks waren dazu bestens angetan. Und bestens dazu passte dann zum 100-jährigen Bühnenjubiläum "des alten Herrn" das von Sohn Berol (damals 75) gestaltete Programm, als er im Kostüm des Musikclowns dessen Leben und Werk noch einmal  Revue passieren ließ. Und selbst sagte er schließlich im Herbst 2006 ade, mit 100 Instrumenten im Wechsel hervorragend gestaltet. "Rekas Abschieds-Divertimento", ebenfalls im Haus der Brandenburger Bühne dargeboten, bedeutete den endgültigen Schlussstrich. Dr. Bernd Köllinger, damals als Chefredakteur der BRAWO voll des Lobes, beklagte anschließend, dass kein Vertreter der Stadt offiziell erschienen war, um sich zu verabschieden und Dankeschön zu sagen. Wie sich doch die Bilder gleichen! Denn auch zu seinem 90. Geburtstag, den Berol Kaiser-Reka in alle Ruhe und der ihn typischen Bescheidenheit am 15. Februar dieses Jahres beging, hatte sich leider wiederum kein Repräsentant der Stadt Brandenburg eingefunden. Wie ist das nur zu verstehen, dass einer ihrer Söhne selbst bei Lebzeiten schon vergessen zu sein scheint?!
Übrigens, dieser hochbetagte Künstler werkelt trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme noch möglichst oft an etlichen geliebten Instrumenten. Er bevorzugt aber nun Wellpappe für Ausführungen im Miniaturformat. So findet beispielsweise ein Klavier in seinem Rollator Platz.  Unverwüstlich, dieser Künstler!
Hinweis: Musikinstrumente aus den REKA-Sammlungen zeigen in Brandenburg das Stadtmuseum (Freyhaus) sowie die Freie Musikschule, Kurstraße 2.