Für einen Schock sorgt vor der anstehenden Badesaison die jüngste Mitteilung des Kommunalen Schadenausgleichs (KSA), der für Schäden im Rahmen der gesetzlichen Haftpflicht aufkommt. Laut KSA muss die Gemeinde die öffentlichen Badestege in Netzen, Rädel und Grebs sperren – wegen zu geringer Wassertiefe. Die müsste 1,80 m betragen, wenn der Steg 75 cm aus dem Wasser ragt. Lediglich in Emstal misst das Wasser rund 2 m, weswegen hier der Steg offen bleiben könnte – sofern sich eine Badeaufsicht findet. Interessenten können sich im Rathaus melden.

Verwaltung musste reagieren

Die Verwaltung reagierte sofort auf die KSA-Botschaft und lud die betroffenen Ortsvorsteher zu einer Gesprächsrunde ins Rathaus ein um das weitere Vorgehen zu beraten. Ein Rückbau komme nicht in Frage, ein Umbau schon eher, um das Springen zu verhindern. Ein Schild mit der Aufschrift „Das Springen vom Badesteg ist verboten“, wie in Grebs angebracht, allein genügt nicht.  Hingegen gilt selbst nach Umbau: Das (ver)sicher(t)e Nutzen öffentlicher Badestege setzt eine Badeaufsicht voraus.

Baderisiken sind nie auszuschließen

Bürgermeister Uwe Brückner fasst entgeistert zusammen: „Die Auffassung des Versicherers müssen wir so akzeptieren, wenngleich wir feststellen, dass die Vorschriften in Deutschland immer weiter von der Lebenswirklichkeit abrücken und von vielen Menschen nicht mehr verstanden werden können. Was mehr als 100 Jahre möglich war und zur beliebten Erholung im Sommer diente, soll nun nicht mehr möglich sein. Es ist schon immer unmöglich gewesen, die Baderisiken völlig auszuschließen. Das wird auch nicht anders sein, wenn unsere Bürger/innen woanders baden gehen.“