In diesem Jahr hat die Vicco-von-Bülow-Stiftung zum 15. Mal das Loriot-Stipendium vergeben. Dabei werden bevorzugt Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Familien berücksichtigt. In diesem Jahr wurden acht Schüler und Schülerinnen der Musikschule Vicco von Bülow und der Freien Musikschule Brandenburg ausgezeichnet. Dafür wendet die Stiftung 3.500 Euro auf.

81 SchülerInnen profitierten

In den zurückliegenden Jahren wurden bereits 81 Schüler und Schülerinnen, viele davon mehrmals, ausgezeichnet. Dafür hat die Stiftung insgesamt    49.500 Euro ausgegeben. Die Vergabe der Stipendien erfolgte bisher in einer kleinen Feierstunde, in der die Stipendiaten die Möglichkeit hatten, auf ihren Instrumenten das vorzutragen, was sie gelernt haben. Anschließend  wurden symbolisch eine Urkunde und Blumen übergeben. Dies war wegen der Corona-Einschränkungen in diesem Jahr nicht durchführbar.

Verdienstvolle Mitglieder der Stiftung

In der vergangenen Woche ist das Kuratorium der Stiftung zudem zusammengekommen und hat verdienstvolle Mitglieder aus seinen Reihen verabschiedet. Das sind die Ehefrau des Stifters, Romi von Bülow, Dr. Hans Otto Bräutigam und Dr. Hans-Hinrich Knaape. Alle drei gehörten dem Kuratorium der Stiftung seit seiner Gründung im Jahre 1993 an. Sie haben das Bild der Stiftung geprägt und sich somit große Verdienste erworben. Ihr Ausscheiden gab Anlass, Bilanz zu ziehen, welche Leistungen die Stiftung seit ihrer Gründung erbracht hat:

Herzensanliegen des Stifters Vicco von Bülow

Es war von jeher ein Herzensanliegen des Stifters Vicco von Bülow, dass die Fördertätigkeit auf die Belange von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet wird. Bestes Beispiel dafür ist das Loriot-Stipendium. Darüber hinaus sollten im kulturellen Bereich Anstrengungen unternommen werden, um bedeutsame Kunst- und Kulturgegenstände auch für kommende Generationen erhalten zu können. So wurden in den ersten Jahren mehrere Bestände des Dommuseums mit Mitteln der Stiftung restauriert. Später konzentrierte sich diese Unterstützung auf Bestände der St. Gotthardtkirche. Heute sind im Wesentlichen alle Restaurierungsarbeiten an Ölgemälden und Epitaphen in dieser Kirche mit Mitteln der Vicco-von-Bülow-Stiftung restauriert worden.
Die Stiftung förderte bisher 210 Familien oder Einzelpersonen mit 120.470 Euro aus dem sozialen Bereich, 222 Anträge aus dem kulturellen Bereich wurden mit 186.385 Euro gefördert. In den Bereich der Jugendhilfe flossen 25.105 Euro. Somit hat die Vicco-von-Bülow-Stiftung seit ihrem Bestehen Fördermittel aus Zinserträgen und Spenden in Höhe von 331.960 Euro vergeben. „Leider sind die guten Jahre längst vorbei. Das anhaltende Niedrigzinsniveau beeinflusst natürlich unsere Möglichkeiten. Während in den Jahren 2005 bis 2010 noch Zinserträge in Höhe von 18.000 bis 21.000 Euro dank hoch verzinster Anlagen erwirtschaftet werden konnten, erreichen wir heute nur noch etwa ein Drittel dieser Größenordnung“, erklärt Geschäftsführer Fritz Musfeld.

Weniger Zinserträge bedeuten weniger Förderung

Deshalb mussten neue Überlegungen zur weiteren Fördertätigkeit angestellt  werden. Im Ergebnis legte der Vorstand fest, dass  die Förderung der Musikschüler im Rahmen der Möglichkeiten weitergeführt wird. Soziale Projekte werden nach Einzelfallprüfung ebenso wie die Kinderweihnachtsfeiern des Frauenhauses und des Verbandes allein erziehender Mütter und Väter gefördert. Aber auch andere Anlässe, wie zum Beispiel Einschulungen oder Jugendweihefeiern werden für sozial schwache Familien weiterhin unterstützt. Für Restaurierungen, die bisher in erheblichen Umfang gefördert wurden, reicht das Geld derzeit leider nicht mehr.