Ein bisschen mehr Sprengkraft, als im Landesstraßenbauamt Potsdam vermutet, bedarf es doch, um die „Brücke 20. Jahrestag“ am 19. Mai in die Knie zu zwingen. Statt 116 Kilo gehen die Fachleute mit etwa 250 Kilo gelatinösem Sprengstoff ans Werk – verteilt auf über 300 Sprenglöcher. Der Großteil zerbröselt die Pfeiler, der Rest nimmt dem 192 Meter langen Brückenbauwerk den horizontalen Halt und lässt ihn in die Tiefe stürzen. Genauer gesagt auf ein unebenes Fallbett aus Recyclingmaterial, dass den Fall einerseits dämpft, vor allem aber für ein Auseinanderbrechen der Spannbetonkonstruktion sorgt. Passieren wird es am Mittwoch gegen 10 Uhr.

Sperrzone ab 8 Uhr

Die Sperrzone wird laut Stadtverwaltung „ab 8.00 Uhr eingerichtet und geräumt.“ Der gefährdetste Bereich liege in nördlicher und südlicher Richtung, so dass sich auf eine „doch recht kleine und für die Anwohner geringstmögliche Sperrzone“ beschränkt werden kann. „Es können natürlich spürbare Erschütterungen auftreten. Diese sind für Personen und Gebäude jedoch unschädlich. Die Fenster sowie vorhandene Rollläden oder Fensterläden sollten wegen eventueller Staubentwicklung geschlossen bleiben.“ 

Unspektakulärer Sprengvorgang

Ansonsten werde von dem „doch unspektakulären Sprengvorgang“ nicht viel zu sehen sein, da die Sicht auf das Bauwerk selbst, als auch auf die Pfeiler, durch das Verhängen mittels schwerer und leichter Matten, aus Gründen des Splitterschutzes, verhindert werde. Die Stadtverwalter bitten auf den Verzicht der Schaulust und versichern: „Die Sprengarbeiten werden durch viele Behörden und Institutionen begleitet und abgesichert. Dabei werden auch entsprechend professionelle Video- und Fotoaufnahmen gefertigt und öffentlich zur Verfügung gestellt werden.“

Keine Blicke von Behelfsbrücke

Keinesfalls werden Blicke aufs Sprenggeschehen von der am 15. Mai montierten Fußgängerbrücke zwischen Altstadt-Bahnhof und Einsteinstraße möglich sein. Die befindet sich im Sperrkreis, wird erst nach der Sprengung freigegeben und sodann voraussichtlich drei Jahre in Nutzung sein.
Übrigens: Die Freigabe der seit 15. Mai gesperrten Bahngleise soll bereits am 27. Mai erfolgen, während die Vollsperrung des Zentrumsrings, laut Straßenverkehrsbehörde der Stadt Brandenburg, bis voraussichtlich 30. Mai dauert.