Diese sieht eine signifikante Anhebung des jährlichen Familienbruttoeinkommens auf 80.250 Euro vor, also rund 6.687 Euro monatlich, für den sodann der Höchstsatz fällig wird. Bisher traf dieser schon ab einem Betrag von 56.200 Euro zu. Eine große Schwäche der vor zwei Jahren beschlossenen Satzung, da somit rund dreißig Prozent aller Eltern, die einen Kitaplatz in Anspruch nehmen, den Höchstbetrag bezahlen müssen. Mit der neuen Regelung würde der Prozentsatz dann auf ungefähr zehn sinken.
"Das war eine unserer Hauptforderungen, da bei der bisherigen Staffelung schon Familien mit nur mittlerem Einkommen finanziell mit dem Höchstsatz belastet waren. Die neue Staffelung ist insbesondere in den oberen Einkommensregionen nun differenzierter und sieht zwischen 50.000 und 80.000 Euro zwanzig verschiedene Einkommensstufen mit unterschiedlichen Kita-Beiträgen vor, was die Beitragsordnung insgesamt sozialverträglich gestaltet", so Sven Albrecht, Sprecher des Elternbeirates der Stadt.
Ihn plagt jedoch die Sorge, sollten künftig weniger als zehn Prozent mit dem Höchstsatz belastet sein, eine erneute Debatte um eine Senkung der nun erkämpften Bemessungsgröße entfacht wird. "Das wäre natürlich alles andere als in unserem Sinn und würde erneut Gesprächsbedarf geben", fasst er zusammen, schildert aber auch: "Sollten jedoch immer noch mehr als zehn Prozent betroffen sein, wird man nach rund einem Jahr natürlich auch eine Erhöhung des jährlichen Bruttoeinkommens beschließen müssen."
Stark gemacht haben sich Sven Albrecht vom Elternbeirat der Stadt und rund 30 engagierte Eltern sowie die AG Kita aber nicht nur bezüglich der Beitragssatzung, auch andere Änderungen zugunsten der finanziellen Entlastung der Brandenburger Familien sind vorgesehen. So werden die Kosten für Frühstück, Vesper und Getränke, die eigentlich im gezahlten Kita-Beitrag enthalten sein sollten, künftig übernommen, zudem ist im Falle von Mehrlingsgeburten ein Rabatt vorgesehen. Dabei erhalten Zwillings-Eltern 25 Prozent und Drillings-Eltern 50 Prozent Nachlass. Ein Fall, der nach Sozialbeigeordnetem Wolfgang Erlbach, nicht jeden Tag vorkommen wird, aber auf Wunsch der Eltern aufgenommen wurde. Neu ist auch das Prinzip des Platz-Sharings, das auf freiwilliger Basis angeboten wird und Eltern mit flexiblen Arbeitszeiten oder einer Teilzeitstelle Entlastung verspricht. Dabei wird - wie das Name schon sagt - der Kita-Platz als auch die Kosten dafür geteilt, den Partner dafür können sich die Eltern selbst wählen. "Ein Kind kann so beispielsweise drei Tage die Kita besuchen, ein anderes zwei", erklärt Joachim Dams von der AG Kita die Idee.
Die Kosten wird die neue Beitragsordnung und die vorgelegten Änderungen werden die Stadt im Beschlussfall dann knapp 980.000 Euro im Jahr mehr kosten, wodurch für die 53 Brandeburger Kitas - für die die neue Beitragsordnung durchweg gelten wird, um eine Sozialauswahl der Einrichtung zu vermeiden - jährliche Ausgaben von fast 30 Millionen Euro zu Buche stehen. "Das größte Budget der Stadt", wie Wolfgang Erlebach weiter betonte.