„Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun‘ und Fass.“ Die alte Bauernweisheit könnte durchaus für den Wonnemonat 2021 stehen. Denn vor allem die Landwirte waren ob des guten Wuchses ihrer Saaten und anderer Kulturen sehr zufrieden.
In der Station Görden gab es an 18 Tagen immerhin 74,1 Liter Niederschlag, die größte Menge fiel am 13. mit 18,3 l. Auf der Eigenen Scholle wies der Regenmesser 70,7 l aus (normal 64 l).

Spätwinterliche Episoden

Vor allem die erste Dekade hielt einige spätwinterliche Episoden parat. Hatte schon Sturmtief „Eugen“ (4.) für windiges, kühles Schauerwetter gesorgt, so setzten dann „Gregor“ und „Fürchtegott“ noch eins drauf. Kräftige Graupelschauer (5.und 7.) sowie kurzzeitig sogar Schnee bei wenig über Null Grad bis dicht an die Brandenburger Stadtgrenze – u. a. in Jeserig, Werder (Havel) und Potsdam – erinnerten eher an November oder April.

Bodenfrost im Mai

Die Minima stehen folglich für diesen unwirtlichen Zeitraum zu Buche. So sank die Quecksilbersäule in den Nächten zum 6., 7. und 8. Mai jeweils auf 4 Grad, verschiedentlich gab es Bodenfrost. Und der niedrigste Tageshöchstwert steht für besagten 7. Mai mit 10,5° zu Buche.
Umso überraschender zeigte der Wonnemonat, der insgesamt auf Sparflamme daherkam, sein schönes Gesicht: Binnen weniger Stunden strömte Luft afrikanischen Ursprungs ein und sorgte vom 9. bis 11. für Werte zwischen 25,9 und 30,5° (Tropentag am 10.).

Mit Mauersegler und Kuckuck

Da verwunderte es nicht, dass nun die Mauersegler (verspätet) am 9. Mai eintrafen. Der Kuckuck indes ließ – so Bernd Schönefeldt als aufmerksamer Beobachter unweit von Benks Wiesen – bereits eine Woche vorher seinen Ruf erschallen. Mit jeweils mehr als 12 Stunden war nun die Sonne, die am 12. und 13. völlig gefehlt hatte, präsent. Allerdings blieben die nahezu 190 h in der Gesamtsumme unter ihrem Monats-„Soll“. Besonders auffällig: Nach dem Gewitter am 11. folgte ein krasser Temperatursturz von fast 20 Grad! Und die Unwägbarkeiten setzten sich fort. Dabei aber war es keineswegs durchgehend unfreundlich, selbst wenn Sturmtief „Marco“ sowie auch „Nathan“ (22. bzw. 25.) abermals für empfindliche Kühle und zumindest zeitweiligen Niederschlag (erneut mit Gewitter) sorgten.

Versöhnlicher Abschied

Aber dann verabschiedete sich der Mai äußerst angenehm. Unterstützt vom Hoch „Waltraud“, das uns an den letzten vier Tagen gut 40 Sonnenstunden sowie im Endspurt einen spürbaren Temperaturanstieg brachte. Das aber reichte in der Gesamtbilanz nicht, denn die 12,8 Grad im Mittel bedeuteten 0,5 Grad zu wenig. Anderenorts im Land war diese Differenz noch größer.
Der meteorologische Frühling (1.3. - 31.5.) indes blieb mit einem Durchschnitt von 8,7 ° ein wenig (0,2 Grad) zu mild.    
Ein Novum: Bis Anfang Juni (!) musste das städtische Heizwerk noch für Fernwärme sorgen.