Schon ein wenig verwunderlich: Da erreichte der Juli 2021 ein Temperaturmittel von immerhin 20, 9 Grad und fiel damit im Vergleich zum vieljährigen Mittel um 1,9 Grad zu warm aus. Aber der üblicherweise heißeste Monat des Jahres wurde er nicht. Ihm hatte bereits der Juni mit seinen 21,4 Grad (4,4 Grad über dem „Soll“) diesmal den Rang abgelaufen.
Ungeachtet dessen sollten 21 Sommertage (ab 25 Grad) – davon neun zwischen dem 10. und 18. sowie acht vom 23. bis 30. – durchaus respektabel sein. Darin einbezogen noch vier Tropentage, nämlich am 6. sowie zwischen dem 24. und 26.

Über 30 Grad

Da kletterte die Quecksilbersäule nun jeweils auf über 30 Grad, erreichte am 6. ihren Monatshöchstwert (31,2 Grad). Die Sonne, die an zwei Tagen fehlte, verharrte mit nahezu 220 Gesamtstunden etwas im Defizit. Eine längere Hitzewelle indes blieb aus, da der Juli – eher typisch für unsere Breiten – zumeist leicht unbeständig daherkam. Dafür sorgten etliche Tiefdruckgebiete beziehungsweise deren Ausläufer, die allerdings in punkto Regen zumeist einen Bogen um das Havelland machten oder sich auflösten. Da gingen dann so manche Wetterprognosen ins Leere. Offenbar avancierte unser Brandenburg eher zu einer Art „Trockeninsel“.

Brandenburg – eine „Trockeninsel“

Nur „Xero“ und „Arne“ (1./9. Juli: 12,9 / 22,6 Liter bei kühlen Maxima von 18, zeitweilig sogar 15 Grad!) sowie bedingt auch „Yap“ und „Zyprian“ brachten einiges an Nass. So meldete Klaus Seewald (Görden) für den normalerweise niederschlagreichsten Monat („Soll“ 74 Liter) summa summarum 52 Liter. Auf der Eigenen Scholle (Gottfried Tübel) waren es indes nur 45,5 Liter. Ja, vom 14. – in der Nacht gab es das einzige Gewitter –, bis Ende Juli fielen dann lediglich noch 2 (!) Liter. Das ohnehin schon vorhandene Defizit erhöhte sich weiter. Kurzzeitig gab es erneut die Waldbrandwarnstufe V.

Ziemlich frische Morgenluft

Noch einige Details zu den Temperaturen. Bereits am Morgen des 4. hatte es mit nur 13,5 Grad den tiefsten Nachtwert gegeben. In Ketzür übrigens zeigte das Quecksilber am vorletzten Julitag des Morgens gar 11,6 Grad an. Demgegenüber ließ uns die Tropennacht zum 26. mit 20,2 Grad wohl nicht gut schlafen. Eine länger dominierende Grenzwetterlage sorgte mehrmals für feucht-schwüle Witterung. So vor allem nach dem 18., als Hoch „Dana“ sich gegen „Dirk“, „Elias“ oder „Ferdinand“ weitgehend behauptete und diese Luftdruckgegensätze zu windigem Wetter führten.

Temperaturen blieben badetauglich

Dabei blieben die Temperaturen bis Ende Juli durchaus badetauglich; das Wasser lud mit 22 bis 25 Grad ein. Treffgenau zum Monatswechsel stellte sich dann bei „gedämpfter“ Wärme eine gewisse Unbeständigkeit ein.

LUTZENS` WETTERHISTÖRCHEN – JULI 2021