Einen „goldenen“ Oktober erlebten wir zwar nicht durchgehend, aber insgesamt konnte sich keiner beklagen. Kam er doch überwiegend freundlich mit einem Temperaturmittel von 11,4 Grad daher, blieb somit gar um 1,7° zu mild. Zugleich legte sich die Sonne oftmals tüchtig ins Zeug.
Gewissermaßen standesgemäß gestaltete sich gleich ab Monatsbeginn der Verlauf, denn drei Hochdruckgebiete in Folge dominierten immerhin bis in die zweite Dekade hinein. Besonders schön war es z. B. am 9. und 10., als nach nächtlichem Bodenfrost (inklusive Reif) die Sonne jeweils rund 10 Stunden lang erfreute. Ja, „Klärchen“ war dann bis zum 15. schon mit nahezu 80 Stunden präsent; zwischenzeitlich vermissten wir sie jedoch an drei Tagen völlig (4.,5., 14.). Letztgenanntes Datum steht für den Auftakt eines deutlichen Wetterumschwungs.

Hendrik und Ignatz waren stürmisch

Nun geriet unsere heimatliche Region in den Einflussbereich von Tiefdruckzonen bzw. deren Ausläufern. Da waren „Gerold“ und dann vor allem der stürmische „Hendrik“ gemeinsam mit „Ignatz“ (17. bzw. 21. Oktober) in ihrem Element. Trotz zeitweiliger Böen von 80 bis 100 km/h kam Brandenburg äußerst glimpflich davon. Und die ohnehin bislang geringen Regenmengen blieben weiterhin recht überschaubar.
So fiel letztlich nur an acht Tagen nennenswerter Niederschlag, wobei schon am 5. des Monats 21 Liter die größte Summe von insgesamt 39,3 l in der Station Görden (Klaus Seewald) erbracht hatten. Auf der Eigenen Scholle registrierte Gottfried Tübel mit 34 Litern noch etwas weniger. Also eine erhebliche Differenz zum „Soll“ von 50 Litern. Indes sorgte der so geliebte „goldene“ Oktober in seiner letzten Woche nochmals für beste Stimmung.

Eitel Sonnenschein zum Oktober-Schluss in Brandenburg

Denn eitel Sonnenschein mit weiteren 45 Stunden (summasummarum fast 145 h) aus einem fast völlig heiteren Himmel lud zu herrlichen Herbstspaziergängen durch Feld, Wald und Flur ein. So wohl auch ins Gebiet der Havelgewässer, wo vor allem Gänse und Kraniche oftmals in bekannter Keilformation mit ihren typischen Lauten für ein prächtiges Fluidum sorgten. Zeitweise zogen sie auch über das Stadtgebiet hinweg.
Das Hoch „Rosamunde“ hatte uns dieses prächtige Wetter beschert. Es ließ zum Oktoberabschied das Quecksilber noch auf 17,8 Grad ansteigen, ehe dann der November punktgenau mit einer Kaltfront und unbeständigem Verlauf startete.
Weitere Daten: Den Höchstwerten von 23,5 bzw. 20° (3./2. 10.) stehen Minima von 1,2 bzw. 2,6 ° (25./10.) gegenüber. Vier Nächte mit Bodenfrost (Eiskratzen von den Autoscheiben, 25. 10.), andererseits die ungewöhnlichen 16,1 Grad in der Nacht zum 21. – tagsüber fiel die Temperatur auf unter zehn Grad! – sind durchaus erwähnenswert.

Lutzens Wetterhistörchen – Oktober 2021