Dieser erste Monat des meteorologischen Herbstes wollte sich keinesfalls schon ausschließlich der neuen Jahreszeit anpassen. Ein Temperaturvergleich macht das deutlich. Steht doch dem „Soll“ von 15,6 Grad ein „Ist“ von immerhin 16,9 Grad als Mittel zu Buche. Ergo blieb es um 1,3 Grad zu warm. Während in der ersten Septemberhälfte nur an einem Tag die 20-Grad-Marke verfehlt wurde, schaffte es das Quecksilber im zweiten Abschnitt dann elf Mal nicht mehr. Der niedrigste Höchstwert lag am 19. und 21. bei jeweils 16,5 Grad. Nur die Nacht zum Monatsletzten blieb mit 9,6° im einstelligen Bereich.

Sommertage im September

Aber schließlich sind ja, wie im Stadtteil Nord, sechs sogenannte Sommertage – ab 25° – keinesfalls zu verachten. Und so gab es dank des Hochs „Gaya“ vom Sommer einen willkommenen Zuschlag zwischen dem 8. und 11. sowie am 15. und 26. September. Dabei hieß es für den 10. bzw. 9., die Maxima mit 27,7 und 27,3° zu registrieren. Zugleich bot „Klärchen“ alles auf, schien an einigen Tagen gar mehr als zwölf Stunden lang. Da lockten bei prächtigem Sonnenschein sogar noch einmal die Havelseen mit inzwischen wieder 20 Grad zum Bade...

Entsprechendes Wetter zum kalendarischen Herbstanfang

Sorgte das Tiefdruckgebiet „Quillan“ eher nur für mehr Wolken und ein Gewitter (10.), so leitete dann „Roland“ fünf Tage später nach „schwülem“ Übergang (zudem 20° in der Nacht) einen zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit eher passenden Witterungsabschnitt ein. Allerdings blieb es nun trotz etlicher Schauer nicht ausgesprochen unfreundlich oder gar so herbstlich wie z.B. am 18. des Monats. Zumindest versuchte Sturmtief „Tim“ bald nach dem kalendarischen Herbstanfang (22.) entsprechende Zeichen zu setzen.
Besonders auffällig: Die Sonne erfreute uns bis zur Monatsmitte mit gut 115 Stunden, schaffte es in der Folge aber nur zu weiteren 35 Stunden. Summasummarum also 150 Stunden. Zum üblichen Durchschnitt ergibt sich ein Defizit von rund 20 Stunden. Indes fehlte der geliebte Stern an keinem Tag, wobei er manchmal nur für Minuten präsent war. Speziell zum Septemberausklang dominierte mit eher wechselhaftem Geschehen der Einfluss von Tiefdruckzonen oder deren Ausläufern, ob nun unter „Xenus“, „Waldi“ oder letztlich auch „Yogi“.

Zu wenig Regen und etwas Nebel zum September-Ausklang

Aber am Ende weisen die meteorologischen Annalen im Vergleich zum „Soll“ von 53 Litern nach acht Tagen mit messbaren Mengen lediglich 26,3 Liter Regen in der Station Görden (Klaus Seewald) bzw. sogar nur 16 Liter auf der Eigenen Scholle (Gottfried Tübel) aus. Davon sollen die 9,9 l bzw. 6,9 l am 10. mit Starkregen und Hagel sowie am 29. hervorgehoben werden. Und schließlich passten drei Nebeltage (3., 8. und 29.) durchaus in das Gesamtbild.

Lutzens’ Wetterhistörchen – September 2021