Ohnehin mussten sich die Havelstädter auf ein zumeist leicht  wechselhaftes, keinesfalls im mitteleuropäischen Raum aber untypisches Geschehen zu dieser Zeit einstellen. Da bildete sich z. B. zur Mitte des Monats hin unter Einfluss schwül-warmer Luftmassen eine kräftige Gewitterfront aus. Es kam neben einigen sonnigen Phasen zu kräftigen Regenfällen, die allein am 13. Juni in der Station Görden (Klaus Seewald) mit 63,7 Litern (!) für einen neuen Tagesrekord sorgten. Am nächsten Morgen kamen noch weitere 12,6 Liter hinzu. Schließlich erhöhte sich diese gewaltige Menge bis zum Monatsende auf 99,6 Liter; dabei hatte es insgesamt nur an neun Juni-Tagen messbaren Niederschlag gegeben.
Auf der Eigenen Scholle (Gottfried Tübel) fielen 85 Liter, und im Stadtteil Kirchmöser (Peter Ehnert) wurden 85,9 Liter erreicht. Speziell während der zweiten Monatshälfte herrschte erneut  höchste Waldbrandgefahr. Zwei weitere Gewitter (26. - ohne Regen - sowie am 29.) seien der Vollständigkeit halber erwähnt. Als Hochdruckgebiet "Thomas" ab Mitte Juni die Macht übernommen hatte und "Klärchen" fast anhaltend strahlte, erwiesen sich die Havelgewässer dann durchaus auch als badetauglich. Insgesamt brachte es die Sonne auf gut 220 Stunden; nur am 19. fehlte sie völlig. Wiederholt befand sich unsere Brandenburger Region in einer typischen Grenzwetterlage, die offensichtlich den Meteorologen die Vorhersage besonders erschwerte. So z. B. auch, als sich Hoch "Utz" ab 22. des Monats gegen Ausläufer des Tiefs "Quiola" zumeist behaupten konnte. Sicher war indes, dass ungewöhnlich oft windiges, ja, zeitweilig auch stürmisch-böiges Wetter dominierte. Der letzte Juniabschnitt machte sich zudem phasenweise mit schwül-warmer Luft, inklusive dem zweiten Tropentag am 27. (31,7 Grad als Maximum) deutlich bemerkbar.
Übrigens, eine Tropennacht galt es am nächsten Morgen in die Annalen einzutragen, als das Quecksilber bei 21,3 Grad gestoppt hatte. Der niedrigste Tages-Höchstwert indes war schon am 6. abgelesen worden: 19,3  Grad. Zum Monatsausklang bekamen die Temperatur-Höchstwerte einen leichten "Dämpfer",  zugleich wurde es abermals etwas wechselhaft.

Lutzens’ Wetterhistörchen - Juni 2020