Auch im ersten Monat des meteorologischen Winters 21/22 blieb es zu mild. Mit 2,7 Grad lag der Wert um 1,4 Grad über dem vieljährigen Durchschnitt. Besonderen Anteil daran haben die Tage ab dem 13. sowie die letzten Dezembertage. Zudem gab es einige Rekorde.
Widmen wir uns den Details. Da dominierten beispielsweise bis in die zweite Dekade (Ausnahme 02.12.) Tiefdruckgebiete wie der stürmische Christian oder danach auch Daniel, Gerrit, Harry und Julius. Zwar gestaltete sich der Verlauf dabei weitgehend ruhig, aber zumeist kamen die ohnehin noch immer kürzer werdenden Tage grau und trübe bzw. eher dunkel daher. Indes blieb der Niederschlag während dieses Abschnittes weitgehend auf Niesel oder Sprühregen beschränkt.

Hoher Luftdruck ist keine Garantie für Sonne

Auffallend dann der hohe Luftdruck, erreichte doch die Barometernadel immerhin 1040 Hektopascal. Aber das ist in dieser Jahreszeit keine Garantie für Sonne, die uns dann erst mit „Yascha“ am 16. für wenigstens 3,5 Stunden erfreute. Rund sieben Stunden gab es schließlich am 22. sowie auch am 25. und 26. Dezember (Weihnachten). Sie trugen letztlich dazu bei, dass „Klärchen“ – obwohl sie an 17 (!) Tagen (rekordverdächtig) keinen einzigen Strahl sendete und siebenmal unter einer halben Stunde blieb – ihr „Soll“ von 50 h nur um 5 h verfehlte.

Eine extrem milde Periode zum Winterbeginn

Gewissermaßen mit dem kalendarischen Winterstart (21.) wurde eine seit 13. dominierende, extrem milde Periode beendet. Nun gab es zumindest ein, wenn auch sehr kurzes Gastspiel mit Frost und Schnee. Und das genau zu Weihnachten, so dass sich zumindest in Wald, Feld und Flur sowie auf dem Marienberg weiße Pracht ausbreitete. Welch ein Wintermärchen! Gleichzeitig fiel das Quecksilber des nachts auf Minima von -7,5, -9,5, -7,1 sowie -2 Grad (25. – 28.) und verharrte bei Höchstwerten von -3,3 bzw. -3,2 Grad. So gab es im nun beendeten Jahr doch noch zwei bzw. drei Eistage (je nach Stadtlage). Für Dezember stehen überdies 15 Frosttage ­– zeitweilig unter Null – zu Buche. Und wenigstens für einige Stunden lang konnten nun sogar Schlittschuhläufer ihre Bahnen auf dem Eis überschwemmter Flächen in der Potsdamer Vorstadt (Benks Wiesen) ziehen.

Kurz kalt, dann wieder mild – und feucht

Doch schon am 28. war es damit wieder vorbei. Zunehmend milde, an den beiden letzten Tagen des Jahres subtropische Luftmassen (Tief „Roland“ bzw. „Tobias“) sorgten für nasses und zeitweise dunstig-trübes sowie zudem windiges Wetter. Es gipfelte in einem neuen Temperaturrekord, denn mit 13,8° gab es am 31. den wärmsten Jahresausklang seit Beginn der Aufzeichnungen 1896. Und feucht war‘s: So erreichte die Niederschlagsmenge in der Station Görden (Klaus Seewald) mit insgesamt 45,6 l, davon rund 20 l am 23./24., noch ihr „Soll“. Auf der Eigenen Scholle trug Gottfried Tübel 38,5 l in die Annalen ein.