Der Mut wurde zwei Jahre später auf besondere Weise belohnt: Für ihr Projekt wurde die wobra vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) mit dem nur sechsmal im Jahr zu vergebenden Qualitätssiegel "Gewohnt gut – fit für die Zukunft" ausgezeichnet. Eine Ehre, die der wobra schon 2011 für die Sanierung der Bahnhofsvorstadt zu teil wurde. Nunmehr würdigte das Bewertungsgremium die Eckgebäudesanierung im Hinblick auf die Aufwertung des Straßenzuges, die funktionale Umgestaltung des Eingangsbereichs sowie die Bereitstellung von studentischem Wohnraum in Kooperation mit dem Städtischen Klinikum und der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane. Um vor allem auch in der vorlesungsfreien Zeit eine durchgehende Vermietung zu erreichen, wurde das Konzept weiterentwickelt und um eine Zwischenvermietung an neu angeworbene Pflegekräfte des Klinikums ergänzt. Ein Generalmietvertrag mit dem Klinikum macht’s möglich.
In der BBU-Begründung zum Qualitätssiegel heißt es: "Die wobra hat mit dem Projekt ‚Neuer Campus. Neues Zuhause’ vorbildhaft gezeigt, wie ein von Leerstand betroffenes, sanierungsbedürftiges Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt werden kann und damit zukunftsfähiger, attraktiver Wohnraum für die Stadt geschaffen wird." Basierend auf der Gründung der Medizinischen Hochschule Brandenburg "Theodor Fontane" (MHB) Ende 2014, deren erste Studentengeneration nach der vorklinischen Ausbildung zum Sommersemester 2017 vom Campus Neuruppin an den Campus Brandenburg wechseln sollte. Die wobra hat daraufhin in Kooperation mit MHB und Klinikum ein Konzept gestrickt, für das eine Bedarfsanalyse die Eckwerte vorgab. "Eine Umfrage unter Studierenden hat ergeben, dass die meisten in Wohngemeinschaften leben wollen, die Miete 300 Euro warm nicht überschreiten sollte und die Lage zentrumsnah mit guter Verkehrsanbindung sein muss. Darüber hinaus benötigen sie Highspeedinternet, um perfomant an das Campusnetzwerk angeschlossen zu sein", erinnert sich wobra-Geschäftsführer Stephan Falk.
Die perfekte Hülle dafür bot das sanierungsbedürftige Eckgebäude, für dessen Umbau nur ein Jahr Zeit blieb und für das das Architekturbüro Märkplan GmbH von Martin Braunschweig die passenden Ideen lieferte. So entstanden auf 800 qm Grundfläche acht Dreiraum- und drei Zweiraumwohnungen, alle mit zwei Bädern und modernen Küchen ausgestattet. Fensteröffnungen wurden vertikal vergrößert und gruppiert. Die Eingangssituation über den Hof ist aufgelöst und auf die hauptsächliche Straßenseite verlegt, weswegen das Eckhaus nun als Wilhelmsdorfer Straße 75 fortbesteht.